Baustein II: Förderung der Lern- und Arbeitsatmosphäre durch die unterrichtliche/außerunterrichtliche Einbindung exekutiver Funktionen

  1. Ausgangssituation

Mögliche Begründungen:

  • Lernrückstände durch Corona-Lockdowns, Quarantänen etc.
  • Bewegungsmangel bei vielen Kindern und Jugendlichen
  • Fähigkeit, sich an stetig ändernde Bedingungen anzupassen (Flexibilität), muss gegeben sein bzw. erlernt werden
  • Training der Exekutiven Funktionen ist geeignet, um Aspekte (Kognitiv und Bewegung) zu entwickeln bzw. fördern
  • Geringes Durchhaltevermögen, Schwierigkeiten bei der Entwicklung von Perspektiven, Lernschwierigkeiten, Konzentrationsschwächen, Verhaltensauffälligkeiten als beobachtbares Verhalten muss von Schule aufgegriffen werden, um alle Möglichkeiten der Förderung bzw. Weiterentwicklung auszuschöpfen

 

2. Einbettung ins Schulprogramm

Individuelle Förderung, Gesundheitsförderung, Lernförderung, Bewegungsförderung, Förderung sozialer Kompetenzen können durch die Implementierung Exekutiver Funktionen abgedeckt werden

 

3. Inhaltliches Vorhaben

Die Fähigkeit, sein Denken, seine Aufmerksamkeit, die eigenen Emotionen und sein Verhalten gezielt steuern zu können, ist eine wichtige Grundlage für den Erfolg in der Schule und im Leben. Dieser Fähigkeit zur Selbstregulation liegen die sogenannten exekutiven Funktionen im Stirnhirn zugrunde, dessen Entwicklung erst im Erwachsenenalter abgeschlossen ist. Die exekutiven Funktionen (Arbeitsgedächtnis, Aufmerksamkeitssteuerung, Impulskontrolle, kognitive Flexibilität) steuern im Zusammenspiel ein selbstreguliertes Verhalten. Sie unterstützen zudem dabei, Entscheidungen zu treffen, planvoll vorzugehen sowie das eigene Handeln zu reflektieren. Kinder und Jugendliche mit einer höheren Selbstregulationsfähigkeit verfügen nicht nur über bessere Schulleistungen, sondern können auch besser mit Stress und Frustration umgehen. Kenntnisse über die Funktionsweise von exekutiven Funktionen sind daher von großer Bedeutung für Lern- und Lehrerfolge. Das Kollegium sollte daher die Steuerungsmechanismen für die exekutiven Funktionen kennen und die SchülerInnen anleiten können, die exekutiven Funktionen zu steuern. Diese Funktionen werden durch regelmäßige, kognitive Stimulation trainiert. Dabei bieten Bewegung, Spiel und Sport sowie der fächerübergreifende Einsatz zahlreiche Möglichkeiten.

 

Vor dem Hintergrund der beschriebenen Ausgangssituation empfehlen sich folgende Maßnahmen:

  • Vermittlung der theoretischen Grundlagen zu den exekutiven Funktionen, zur Förderung der Selbstregulation und zum selbstregulierten Lernen
  • Fortbildungen, um dem Kollegium und den SchülerInnen die Bedeutung von Bewegung, Spiel und Sport im Bereich der exekutiven Funktionen und der Selbstregulation sowie Kenntnisse über Methoden und Anwendungsmöglichkeiten zu vermitteln
  • Fortbildungen, um Methoden zum Transfer der exekutiven Funktionen in Unterricht, Schulalltag und Ganztag kennenzulernen und erproben zu können

 

4. Ziele 

 

  • Die LehrerInnen, die an einer entsprechenden Fortbildung teilgenommen haben, vermitteln ihre erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten (bspw. über eine Präsentation im Rahmen einer Lehrerkonferenz) weiter - Sicherstellung des Multiplikatorenansatzes
  • Anzahl der zum Training geeigneten Bewegungsanlässe/-angebote in den Programm-schulen werden erhöht (im Unterricht, im Schulalltag, im Ganztag) und die Motivation von allen Beteiligten ist gegeben, um diese auch wahrzunehmen
  • Impulskontrolle und Sozialkompetenz der SchülerInnen werden gefördert sowie Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Motorik und Koordination gestärkt
  • Fachunabhängige Implementierung von Aktivitäten zur Förderung der Exekutiven Funktionen in den Tagesrhythmus einer Schule zur Sicherstellung einer nachhaltigen Wirkung
  • Die Schule entwickelt ein Konzept zur Implementation, in dem sichergestellt ist, dass das Training in allen Fächern regelmäßig planvoll eingesetzt wird

5. Zielgruppe:

    • LehrerInnen
    • LehramtsanwärterInnen
    • Weiteres pädagogisches Schulpersonal
    • SchülerInnen indirekt im weiteren Verlauf

 

Für eine Antragstellung finden Sie hier Formulierungshilfen.

Wenden Sie sich zu weiteren Informationen an Ihre/n zuständige/n Koordinator/in!