Lebensbalance finden

Leitlinien/Wurzeln für eigene Lehrertätigkeit:

Sinnhaftigkeit unseres Tuns wird dann deutlich, wenn wir unsere Grundmotive für Erziehung und Bildung kennen und ihre Umsetzung erfahren. Um dieses innere Feuer zu erhalten, braucht es bewusstes Wahrnehmen, Ausrichten, Vorleben und Umsetzen, also eine gute innere Verbindung zu uns selbst und dem, was uns ausmacht.

Selbstverantwortlichkeit für eigenes Gleichgewicht:

In jeder Lebensphase sind Sie neu gefordert, Ihre Lebensbalance zu überprüfen und neu auszupendeln. Dabei geht es um den Einklang Ihrer Grundbedürfnisse – ein wesentlicher,
nicht zu vernachlässigender Faktor – im Zusammenspiel mit den Anforderungen der Schule und Ihres privaten Umfeldes.

Aufmerksamkeit für Ungleichgewichte:

Da Überforderungsprozesse sich sanft einschleichen und Mehrarbeit wohltuende Anerkennung
verspricht, ist Achtsamkeit angesagt für:

  • sich vermehrende Stresssymptome verbunden mit häufigem Zeitdruckgefühl und erhöhtem Genussmittelkonsum,
  • innere Unzufriedenheiten, Gefühl des Funktionsmodus.

Gegensteuern bei zu hohem Anforderungsdruck:

  • Ansprüche und Einsatz rechtzeitig reduzieren
  • Bewusst Nein sagen und auf zentrale Rollen beschränken
  • Nach Synergien und Kooperationen suchen
  • Eigene Freiräume bewusst aufsuchen und genießen

Arrangement mit Unveränderlichem:

Von Menschen geschaffene Systeme sind unzulänglich wie die Menschen selbst darin. Ein notwendiges Arrangement und die Gelassenheit mit dem Status quo sparen Stressenergien,
ohne jedoch Visionen und das Bemühen um leistbare Veränderungen aufzugeben. Gerade die wenig wertorientierte Konsumgesellschaft macht das Shulgeschäft
zu einer immer schwierigeren Aufgabe, die nach flexiblen, angemessenen Erwartungshaltungen von Lehrenden verlangt.

Aktive Auseinandersetzung und Regulierung:

Um langfristig die eigenen Kräfte erhalten zu können, braucht es zu gegebenem Anlass auch eine aktive Auseinandersetzung mit den außen an Lehrende herangetragenen Erwartungen aller Art (Ablehnung, begrenzte Akzeptanz). Das kann auch ein aktives Verteidigen Ihrer privaten Freiräume bedeuten genauso wie ein Eintreten für Ihre beruflichen Prioritäten.

vgl.: © Cornelsen Verlag, Berlin • Zeit- und Selbstmanagement für Lehrende, Webcode: ZM233960-030