Hintergrund

Das Projekt "Partizipative Gesundheitsförderung" bietet Schulen die Möglichkeit, die Gesundheitsförderung in partizipativen Strukturen und durch die vermehrte Einbeziehung der Schüler*innen und Lehrerschaft in entsprechende schulinterne Entscheidungsprozesse nachhaltig zu verbessern. Dazu wird ein sogenanntes gesundheitsorientiertes Beteiligungsteam (B-Team) gegründet, das sich aus Vertreter*innen möglichst aller 7. Klassen sowie zwei oder mehr Lehrpersonen zusammensetzt. Die B-Teams sollen die Interessen von Schüler*innen und Lehrer*innen gleichermaßen im Schulsystem berücksichtigen und somit einen kooperativen und gesundheitsbezogenen Schulalltag gewährleisten. Dies geschieht insbesondere durch die Realisierung von partizipativ angelegten (Gesundheits-)Projekten, die zu einem gesünderen Schulumfeld beitragen. Durch die Einbeziehung der B-Teams in schulinterne Entscheidungsprozesse soll die Gesundheitsförderung an Schulen nachhaltig verbessert werden.

Den Bedarf, dass Kindern und Jugendlichen mehr Möglichkeiten zur Beteiligung eingeräumt werden müssen, sehen auch UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk Bund. So steht der Weltkinder 2018 unter dem Motto "Kinder brauchen Freiräume" und rufen damit Bund, Länder und Kommunen auf, die Meinung der nachwachsenden Generation ernst zu nehmen und ihre Belange bei Entscheidungen, die sie betreffen, durchgehend zu berücksichtigen: „Kinder und Jugendliche wollen ihren Platz in unserer Gesellschaft einnehmen. Dafür ist es notwendig, dass wir ihnen Freiräume eröffnen, damit sie ihre Ideen und Wünsche einbringen und ihr persönliches Potenzial entfalten können“, sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. „Es liegt in der Verantwortung der Politik, hierfür die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen. Nur eine Gesellschaft, in der Kinder und Jugendliche ernst genommen werden und mitgestalten können, wird wirklich kinderfreundlich und damit zukunftsfähig."

Damit rufen UNICEF Deutschland und das Deutsche Kinderhilfswerk Bund, Länder und Kommunen dazu auf, mehr Möglichkeiten zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen zu schaffen.

Für die Entwicklung des dafür notwendigen Qualifizierungskonzepts haben das Landeszentrum Gesundheit NRW (LZG.NRW) in Kooperation mit dem Landesprogramm Bildung und Gesundheit NRW (BuG) seit Mitte 2015 zwei Erprobungsphasen mit ausgewählten Schulen in NRW durchgeführt. Die erste Phase fand im Regierungsbezirk Arnsberg statt und wurde mit einer Abschlussveranstaltung im Februar 2016 in der Hochschule für Gesundheit Bochum abgeschlossen. Die zweite Phase fand in den anderen vier Bezirksregierungen statt und wurde im Mai 2017 erfolgreich beendet. So konnte die Entwicklung eines Konzepts gewährleistet werden, das nicht nur theoretisch fundiert ist, sondern auch seine Praxistauglichkeit unter Beweise gestellt hat. Neben der Konzeptentwicklung und -erprobung wurde die Maßnahme auch evaluiert.