SSST (simulated social skill training)

Ziel:

Einüben neuer Verhaltensweisen; Verhaltenstraining.

Zeit:

Ca. 90 Minuten pro Aufgabe.

Durchführung:

Für diese Form des Verhaltenstraining wird die Gesamtgruppe in Triaden (A, B, C) unterteilt. In der Regel wird das Aufteilungskriterium Sympathie oder Arbeitskontakt sein. Diese Triaden sind relativ frei in der Gestaltung ihrer Trainingszeit, solange sie sich an die für das SSST geltenden Grundregeln halten:

Es wird immer nur eine Verhaltenssequenz zu einem Zeitpunkt von einer Person (A) trainiert!

B übernimmt die Rolle des Interaktionspartners/der Interaktionspartnerin und C beobachtet die Sequenz.

Die Verhaltenssequenz sollte nicht länger als 3 Minuten sein (30 Sekunden wären für ein Training ausreichend!)!

Die Verhaltenssequenz wird solange wiederholt, bis die gesamte Triade mit dem Ergebnis zufrieden ist.

Jedes Triadenmitglied übernimmt einmal die Rollen A, B und C.

Trainierbare Verhaltensweisen (social skills) sind vielfältig denkbar:

  • Wie sage ich "nein"?
  • Wie unterbreche ich jemanden, der viel redet?
  • Wie beginne ich ein schwieriges Gespräch mit ...?
  • Wie bitte ich einen Raucher, in meiner Gegenwart nicht zu rauchen?
  • Wie äußere ich Kritik?
  • Wie entschuldige ich mich für einen Fehler?
  • ...

Die zu trainierende Verhaltensweise oder -sequenz wird immer von A bestimmt. B und C äußern ihre Eindrücke in bezug auf die Wirkung, B als Interaktionspartner/-partnerin, C als Beobachterin/Beobachter. Gemeinsam werden Korrekturen überlegt, die A im nächsten Durchgang zu realisieren versucht.

Das SSST bringt oft überraschende Erfolge, vor allem merken die Triaden, wie schwierig es ist, kleine Verhaltenssequenzen zu verändern.

Ulrich Barkholz / Georg Israel / Peter Paulus / Norbert Posse: Gesundheitsförderung in der Schule. Ein Handbuch für Lehrerinnen und Lehrer. Landesinstitut für Schule und Weiterbildung, Soest 1997, S. 331 ff.