Karussell-Diskussion (Kugellager)

Ziel:

TeilnehmerInnen aktivieren,
mehrere Themen simultan in möglichst vielen Zweiergruppen andiskutieren.

Zeit:

Stuhlkreis/Erklärung 5 min; Durchführung 20-45 min (variabel bestimmbar!); Auswertung 15 min.

Material:

Themenliste erstellen (entweder selbst ausdenken oder aus den Äußerungen (z.B. Vorgespräch) sammeln, kann auch als Plenumsarbeit gemeinsam diskutiert werden; für Gruppen, bei denen sich die TeinehmerInnen untereinander kennen, können auch ganz "private" Fragen eingestreut werden) und als DIN A4-Blatt (=alle Themen auf einen Blick) oder als Themenheft (pro Thema ein Blatt) vervielfältigen.
Stuhl-Doppelkreis stellen, Stühle paarweise zueinander
Material: Themenheft/-blatt (2 TeilnehmerInnen = 1 Themenheft)
Lärmerzeugendes Instrument (Glocke, Trillerpfeife, Rassel ...)

Durchführung:

  • Gruppe halbieren, auf den Innen- und Außenkreis verteilen.
  • Themenhefte an den Innenkreis geben.
  • TeinehmerInne bestimmen das jeweilige Diskussionsthema bzw. die entsprechende Frage und diskutieren es/sie mit ihrem Gegenüber (ca. 3-5 Minuten).
  • Deutlich unterbrechen (Glocke!)
  • Themenhefte nach außen geben.
  • Außenkreis rückt einen Platz nach links (rechts).
  • TeilnehmerInnen-außen bestimmen das Gesprächsthema, weiter wie 3.
  • Themenheft nach innen geben - weiterrücken - ...
  • Gemeinsame Auswertung im Plenum.

Erfahrungen:

Es wird sehr lebhaft und es kann auch laut werden. An sich recht unproblematisch. Führt zu einer regen Aktivierung und Beteiligung (fast) aller Gruppenmitglieder. Bei ungrader TeinehmerInnen-Zahl einen Platz frei lassen, so setzt immer ein Teilnehmer/eine Teilnehmerin aus. Außen- und Innenkreis sollten sich auch einmal im Weiterrücken abwechseln, dabei aber unbedingt auf die Richtung achten, denn es sollen immer neue Paare gebildet werden. Die Diskussionen werden erfahrungsgemäß im Laufe der Zeit intensiver, evtl. Zeitzugaben berücksichtigen (also 3 Min. für die ersten drei, dann 5, dann bis zu 7-8 Min.). "Private" Fragen (z.B. "Ich würde gerne von Ihnen wissen, wie Sie meine Arbeit in dieser Gruppe sehen.") können im Schutze dieser Methode auch von TeinehmrInnen gestellt werden, die sich dies sonst nicht trauen. Es sollten allerdings bei 12 bis fünfzehn Themen max. drei solcher "privaten" Fragen formuliert werden, es sei denn, die Gruppe (Plenum!) nutzt dies für ein erstes Feedback.

Auswertungshilfen (Dauer ca. 15 Minuten):

  • Welche Themen habe ich gewählt, welche vermieden?
  • Was wurde ich gefragt?
  • Wer hat mich am meisten überrascht?
  • Welche Themen wurden von der Gruppe mehrfach angesprochen?
  • War es mir angenehmer, gefragt zu werden oder selbst das Thema zu bestimmen?

Ulrich Barkholz / Georg Israel / Peter Paulus / Norbert Posse: Gesundheitsförderung in der Schule. Ein Handbuch für Lehrerinnen und Lehrer. Landesinstitut für Schule und Weiterbildung, Soest 1997, S. 331 ff.