Verhalten und Verhältnisse ändern

Ein Schwerpunkt schulischer Sicherheitsförderung ist die Verhaltensmodifikation der in der Schule lebenden, lernenden und arbeitenden Personen. Grundsätzlich geht es dabei darum, Wissen und Fähigkeiten zu vermitteln, die die Sicherheit fördern,  positive Einstellung zum sicheren Verhalten zu festigen, zu motivieren, Wissen und Fähigkeiten zu nutzen und in entsprechende sicherheitsförderliche Handlungen umzusetzen.

Im Konzept der Sicherheitsförderung wird dieser pädagogische Ansatz (Sicherheitserziehung) um die systemische Dimension und den Lebensweltenbezug ergänzt. Die Sicherheitsförderung geht davon aus, dass Verhaltensmodifikationen und Entscheidungen über Verhaltensweisen nicht im luftleeren Raum erfolgen, sondern in einem Alltagsrahmen, also dort, wo Menschen leben, arbeiten, lernen und spielen und einen großen Teil ihrer Zeit verbringen. Schule ist ein solcher Lern-, Lebens- und Erfahrungsraum für Kinder und Jugendliche, aber auch für die erwachsenen Lehrkräfte und für das nicht unterrichtende Personal. Die Gestaltung dieses Lebensraums in baulicher, organisatorischer und sozialer Hinsicht kann das Sicherheits- und Gesundheitsverhalten der Kinder und Jugendlichen wesentlich beeinflussen. Schulische Sicherheitsförderung geht demzufolge von den bestehenden individuellen Ressourcen aus und fördert diese. Gleichzeitig müssen die mitbestimmenden Verhältnisse so gestaltet werden, dass eine Aufrechterhaltung oder Verbesserung der Sicherheit möglich wird. Ein Aspekt, der in diesem Zusammenhang eine wesentliche Rolle spielt, ist offensichtlich das Schulklima. Eine Berner Untersuchung zur Gesundheitsförderung in Schulen kommt ähnlich wie britische Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass im Verlauf des Schulalters ein sozialer Ausgleich der Gesundheitschancen stattfindet. Sie bestätigt damit Untersuchungen, die in Großbritannien durchgeführt wurden. Ab der sechsten Klasse, so die Berner Untersuchung, hat das in der Schule herrschende Klima einen viel wichtigeren Einfluss auf das Wohlbefinden, die Gesundheit und das Gesundheitsverhalten der Kinder und Jugendlichen als ihr sozialer Status. Aus englischen Studien ist bekannt, dass der Gesundheitszustand und das Gesundheitsverhalten bei Schulaustritt für die weitere gesundheitliche und soziale Entwicklung große Bedeutung haben. Was die Kinder in der Schule in puncto Sicherheit und Gesundheit erleben, ist also im Hinblick auf ihr ganzes Leben alles andere als nebensächlich (Jean-Claude Vuille/Maya Schenkel: Evaluation des Projektes „Gesundheitsteams an Schulen" in der Stadt Bern).