Einführung

Das, was in diesem Beispiel geschildert wird, ist alltäglich, kommt jeden Tag in unseren Schulen vor. Was es bedeutsam macht, ist, dass das Opfer ständig über einen langen Zeitraum drangsaliert wird und dieser Situation chancenlos ausgeliefert ist. Das ist Mobbing.

Der zweite Teil des Vortragstitel „Mobbing und Gewalt - auch in der Schule ein Problem" suggeriert, dass es offensichtlich außer Frage steht, dass das Thema „Mobbing und Gewalt" generell ein Problem darstellt. Bei meine weiteren Überlegungen gehe ist deshalb davon aus, dass dem so ist. Wir, diese Gesellschaft, dieses Land, die westliche Welt und wahrscheinlich nicht nur sie, sind ständig damit beschäftigt, mit Mobbing- und Gewaltphänomenen umzugehen.

Und Schule? Schule als Spiegel der Gesellschaft macht es erst einmal wahrscheinlich, dass auch sie mit diesen Phänomenen zu tun hat. Für mich als Schulpsychologe ist das nicht mehr hinterfragbar. Seit Ende der 80er Jahre gibt es eine verstärkte allgemeine Diskussion über Gewalt in unserer Gesellschaft und seit der Zeit werden wir Schulpsychologen ständig von Schulen angefragt, hierzu in die Schulen zu kommen - einmal unter präventiven Aspekten „Wir wollen in der Schule mit Lehrern, Eltern und Schülern darüber diskutieren, wie wir mit der ständig zunehmenden Gewalt an unserer Schule umgehen", zum anderen bei konkreten Vorfällen „Eine kleinere Gruppe von Schülern ärgert und drangsaliert (mobbt) Mitschüler in nicht mehr hinnehmbarer Weise".

Formen des Mobbing

  • physisches Mobbing (stoßen, treten, boxen, Dinge verstecken - zerstören, einsperren, Türe vor der Nase zuschlagen...)
  • verbales Mobbing (hänseln, auslachen, tyrannisieren...)
  • nonverbales Mobbing, ohne direkten Körperkontakt (Zunge herausstrecken, anspucken...)
  • indirektes Mobbing durch Abschneiden von sozialen Bezügen (links liegen lassen, die Hand nicht geben wollen...)
  • indirekte und relationale Mobbing-Formen (Gerüchte verbreiten, Freunde ausspannen...)
  • Mobbing über neue Medien (Compuder (Emails), Handy)
  • Mobbing durch sexuelle Belästigungen oder mit rassistischen, ausländerfeindlichen Hintergründen

Stadt Münster - Schulpsychologische Beratungsstelle