Beispiele für Stressfolgen

piele für Stressfolgen

kurzfristig

aktuelle Reaktionen

mittel- und langfristig

chronische Reaktionen

physiologisch, somatisch  
  • erhöhte Herzfrequenz
  • Blutdrucksteigerung
  • Adrenalinaus-
    schüttung (Stresshormon)
 
 
  • allgemeine psychosomatische Beschwerden und Erkrankungen
  • Unzufriedenheit, Resignation,
    Depression
 
psychisch (Erleben)  
  • Anspannung
  • Frustration
  • Ärger
  • Ermüdungs-, Monotonie-, Sättigungsgefühle
 

 

 

 

 

verhältnismässig

 

indivi-

duell

 
  • Leistungsschwankung
  • Nachlassen der Konzentration
  • Fehler
  • schlechte sensumotorische Koordination
 
 
  • vermehrter Nikotin-, Alkohol-,
    Tablettenkonsum
  • Fehlzeit (Krankheitstage)
 

 

 

sozial

 
  • Konflikte
  • Streit
  • Aggression gegen Andere
  • Rückzug (Isolierung) innerhalb und ausserhalb der Arbeit

dris, I. & Frese, M. (1988). Belastung, Stress, Beanspruchung und ihre Folgen. In Fey, D.; Hoyos, C. Graf & Strahlberg, D. (Hrsg.). Angewandte Psychologie. Ein Lehrbuch. (S. 427-447). München: Psychologie Verlags Union

Beispiele für Stressfolgen

  1. Der chronische Stress im Beruf wirkt sich auch auf die Wahrnehmung von Belastungen ausserhalb des Berufslebens aus.
    Beispiel: Im Privatleben reagiert die Lehrerin bzw. der Lehrer z.B. übersensibel und gereizt auf Alltagsprobleme in der Familie.
  2. Die ausserberuflichen Belastungen können wiederum zu einer veränderten Bewertung von Berufsbelastungen führen.
    Beispiel: Die Lehrkraft, die schon durch Ehestreitigkeiten zu Hause belastet ist, reagiert auf die Disziplinarverstösse ihrer Klasse sehr empfindlich.
  3. Persönlichkeitsmerkmale der Lehrkraft spielen eine wichtige Rolle. Biografische Merkmale (z.B. Berufsalter, Geschlecht) sind relevant für die Bewertung und Bewältigung ((2), (4), (5)). Bedürfnisse und Motive beeinflussen besonders die Bewertung der Arbeitsanforderungen (2). Bewältigungskompetenzen ("Copingstile") sind für die Bewältigung der Stressoren bedeutsam.
  4. Erlebter Stress (8) kann sich auch auf Persönlichkeitsmerkmale der Lehrkraft auswirken.
    Beispiel:
    Eine Lehrkraft ändert aufgrund andauernder Stressbelastung ihre pädagogische Haltung. Sie wird z.B. zynischer, weniger engagiert, autoritärer, ängstlicher.
  5. Die Tätigkeits- und Organisationsmerkmale wie Aufgabenkomplexität, Aufgabentransparenz, Aufgabenvariabilität, Handlungs- und Entscheidungsspielraum, Kooperations- und Kommunikationsmöglichkeiten, Eigenverantwortlichkeit, Rollenvielfalt und Nützlichkeit der Arbeit, wirken sich vor allem auf die Arbeitsbelastungen (1) ,auf die sekundäre Bewertung (2) und auf die Bewältigung (5) aus (Numerierung, s. Abb. 11).

Anknüpfend an dieses Modell lassen sich verschiedene Zugänge formulieren, wie berufliche Belastungen abgebaut werden können. Hierzu erfahren Sie mehr in im Kapitel "Umgang mit Belastungen".

Ulrich Barkholz, Georg Israel, Peter Paulus, Norbert Posse: Gesundheitsförderung in der Schule. - Ein Handbuch für Lehrerinnen und Lehrer. Landesinstitut für Schule und Weiterbildung, Soest 1997, S. 72 ff.