Phase 1: Von der Orientierung und Mobilisierung zur ersten Zielbestimmung

Von der Idee bis zur Umsetzung - Was vorab geklärt werden muss

  • Geeignete Person zur Moderation der Werkstatt gewinnen
  • Im Planungsgespräch Thema, Ort, Zeit und Umfang kläre
  • Konzept dem / den schulischen Entscheidungsträger/n vorstellen, Arbeitsschritte erläutern
  • Entscheidung treffen, ob mit der Methode im vorgeschlagenen Rahmen gearbeitet werden soll

Bevor das eigentliche Vorhaben beginnen konnte, galt es, den Betroffenen einen ersten Überblick über Ziele, Ablauf und Kontext zu vermitteln und festzustellen, ob das Verfahren auf eine ausreichende Akzeptanz bei den Betroffenen stösst.

Die Idee wird "geboren"

In dem folgenden Fall bat mich eine Lehrerin, in meiner Eigenschaft als regionaler Berater gesundheitsfördernder Schulen eine Gesundheitswerkstatt als schulinterne Lehrerfortbildung durchzuführen. Ihr Kollegium habe von einer anderen Schule gehört, dass die dort durchgeführte Fortbildung effektiv gewesen sei. Ich machte meine Zusage davon abhängig, dass ich Gelegenheit bekäme, die Konzeption im Rahmen einer Gesamtkonferenz vorzustellen. Ausserdem müsse sich die Gesamtkonferenz mit grosser Mehrheit für die Durchführung der Veranstaltung aussprechen.

Unerlässliche Vorklärungen

Ein Vorgespräch mit dem Kollegium und der Schulleitung fand statt. Wir einigten uns darauf, dass es in der Veranstaltung um die Förderung der Gesundheit der Lehrer und Lehrerinnen an ihrem Arbeitsplatz Schule gehen sollte. Das Thema der Veranstaltung sollte heissen: "Belastungswandel an meinem Arbeitsplatz Schule - Perspektiven für unsere Gesundheit im Jahre 2000".

Ich stellte dem Kollegium die drei Schritte der Themenzentrierten Gesundheitswerkstatt vor. Wir einigten uns auf folgende inhaltliche Konkretisierung:

  • Erster Schritt (Kritik): Belastungsfaktoren im Schulalltag identifizieren.
  • Zweiter Schritt (Utopie): Vorstellungen über wünschenswerte Merkmale einer zukünftigen Schule erheben.
  • Dritter Schritt (Realisierung): Prioritäten für künftige Vorhaben der Gesundheitsförderung festlegen.

Wir klärten die Kosten, die zeitlichen und räumlichen Bedingungen für die Durchführung der Veranstaltung, wobei es mir wichtig war, während der Vorbereitung eine(n) festen Ansprechpartner(in) zu haben, insbesondere um die organisatorischen Rahmenbedingungen zu ermöglichen und die detaillierte Vorbereitung koordinieren zu können.
Wir vereinbarten in Abstimmung mit dem Kollegium, dass die Veranstaltung nicht in der Schule, sondern in einer kirchlichen Fortbildungseinrichtung mit einer Übernachtung durchgeführt werden sollte.

Erträge

Am Ende dieser ersten Arbeitsphase konnten die Kolleginnen und Kollegen sich ein Bild darüber machen, wo das Vorhaben ihre persönlichen Interessen berührte. Sie hatten eine erste Orientierung über Ziele und Methoden des Vorhabens erhalten und waren bereit, es durchzuführen. Einzelne Kolleginnen und Kollegen übernahmen die Verantwortung für vorbereitende Aufgabe.

Walter Kamps in: Ulrich Barkholz u.a.: Gesundheitsförderung in der Schule. Ein Handbuch für Lehrerinnen und Lehrer. Soest 1998.