Checkliste Kollegiale Arbeit

Wie Sie sich einen Überblick verschaffen und andere Kollegiumsmitglieder von der Sache begeistern können

  • Suchen Sie einen "Aufhänger", mit dem Sie Ihre Kolleg(inn)en für Ihr Anliegen neugierig machen können.
  • Informieren Sie Ihre Kolleg(inn)en über Ihre Idee.
  • Machen Sie Ihre eigenen Interessen an der Bearbeitung der Themen deutlich.
  • Sammeln Sie gemeinsam mit Ihren Kolleg(inn)en möglichst viele Informationen über die Themen, die innerhalb Ihrer Schule existieren
  • Legen Sie sich innerhalb Ihrer Gruppeauf die Ihnen am wichtigsten erscheinenden Zielaspekte fest.
  • Informieren Sie die Schulleitung von Ihrem Projekt.

Wie Sie von der Analyse der Situation Ihrer Schule bis zu einer konkreten Bestimmung der zu bewältigenden Probleme gelangen können

  • Listen Sie alle Informationen auf, die Sie, Ihre Kolleg(inn)en und Ihre Schüler über die Thematik haben. Klären Sie auch, wer bislang an der Bearbeitung interessiert war und welche Erfahrungen vorliegen.
  • Bilden Sie Hypothesen darüber, was warum gelungen und misslungen ist.
  • Klären Sie die Ressourcen, die für die Bearbeitung zur Verfügung stehen. Prüfen Sie, wer welche Stärken in das Projekt einbringen kann.
  • Arbeiten Sie die Defizite und die hinderlichen Strukturen heraus, die am meisten einem möglichen Erfolg Ihres Unternehmens im Wege stehen.
  • Beschreiben Sie die zu erwartenden Schwierigkeiten auf der personalen, sachlichen und organisatorischen Ebene.

Wie Sie von einer ersten Idee zu einem realisierbaren Plan gelangen können

  • Versuchen Sie, sich möglichst einstimmig auf konkrete Ziele Ihrer Planung zu einigen.
  • Versuchen Sie zunächst, die Faktoren zu benennen, die sich deutlich ändern müssen, wenn die Bearbeitung der von Ihnen vorgeschlagenen Thematik erfolgreich ist. Je konkreter diese Faktoren operationalisiert sind, desto einfacher ist eine Evaluation des Projektes.
  • Bei der Planung ist es von Bedeutung, die Faktoren zu bestimmen, die sich einflussreich auf die Zielgrößen auswirken. Je vollständiger diese Sammlung an Einflussgrößen ist, desto genauer können Veränderungsprogramme geplant werden.
  • Die Vernetzung (Darstellung der Wirkungen der einzelnen Faktoren aufeinander) ermöglicht es, konkreter als ohne dieses Hilfsmittel darüber nachzudenken, welche Programme welche Veränderungen produzieren.
  • Wenn deutlicher geworden ist, welche Faktoren von Ihnen beeinflusst werden müssen, um positive Veränderungen zu erreichen, dann können Sie gezielt versuchen, Unterstützung auch außerhalb des Systems Schule zu gewinnen.
  • Formulieren Sie mit Ihren Schülerinnen und Schülern gemeinsam alternative Handlungsmodelle für die Veränderung und damit Verbesserung Ihrer Schulgegenwart.
  • Die Formulierung von Handlungsalternativen zieht nach sich, dass Sie sich für ein Programm entscheiden müssen. Was zunächst wie ein Nachteil aussieht, erweist sich in der Praxis als unschätzbarer Vorteil: Alternativen erhöhen in beträchtlichem Maße die Flexibilität der Beteiligten, eine bewusste Entscheidung für ein Programm die Identifikation.
  • Nach der Entscheidung für eines der geplanten Programme legen Sie gemeinsam mit Ihren Schülerinnen und Schülern im Detail fest, wer für welchen Handlungsschritt verantwortlich ist.
  • Veröffentlichen Sie das Zielprogramm

Wie Sie Ihre Idee realisieren und sie zu Standards Ihrer Schule machen können

  • Die einzelnen auf dem Handlungsplakat festgehaltenen Schritte werden der Reihe nach (oder zeitgleich) durchgeführt. Treffen Sie sich regelmäßig in Ihrer Gruppe, um Veränderungen im Ablauf unmittelbar mit allen Beteiligten auf ihre Wirkung hin abklären und ggf. einzelne Schritte neu zu modellieren.
  • An der Veränderung der Zielfaktoren können Sie feststellen, ob Ihr Programm erfolgreich ist oder nicht. Treten keine Veränderungen auf, liegt sicher ein Planungsfehler vor. Prüfen Sie daher regelmäßig diese Faktoren, da sie sehr sensibel anzeigen, ob die gewünschten Effekte eintreten oder nicht.
  • Dokumentieren Sie die einzelnen Schritte der Durchführung, die Phasen des Steckenbleibens ebenso wie die des Gelingens. Diese Dokumentation kann nützlich sein, wenn neue Mitglieder in Ihre Gruppe kommen und wenn Sie das Programm für alle transparent machen.
  • Informieren Sie die Schulöffentlichkeit über Ihr Projekt. Lassen Sie die bislang nicht beteiligten Kolleginnen und Kollegen Einblick gewinnen in Ihre Planung und Durchführung.
  • Letztenendes sollte diese Form der Arbeit mit Kolleg(inn)en und Schüler(inne)n, vor allem, wenn sie erfolgreich ist, dazu führen, dass gesundheitsbezogene Aspekte selbstverständlich in das Schulleben integriert werden
  • Planen Sie ein neues Projekt.

Welche Ergebnisse Ihrer Arbeit Sie sichern und für zukünftige Projekte nutzen können

  • Wie hat sich das Projekt auf das Gesundheitsverständnis der Kolleginnen und Kollegen ausgewirkt?
  • Wie hat sich das Projekt auf das Gesundheitsverständnis der Schülerinnen und Schüler ausgewirkt?
  • In welcher Form wurden die Beteiligten in ihren Bedürfnissen gestärkt?
  • Wie hat sich das Projekt auf die Art ausgewirkt, wie wir Unterricht führen?
  • Wie hat sich das Projekt auf die Art und Weise ausgewirkt, wie Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler miteinander umgehen?
  • Welche gesundheitsförderliche Unterstützungssysteme sind durch das Projekt in der Schule entstanden?

Ulrich Barkholz, Georg Israel, Peter Paulus, Norbert Posse: Gesundheitsförderung in der Schule. Ein Handbuch für Lehrerinnen und Lehrer. Landesinstitut für Schule und Weiterbildung, Soest 1997.