Wege der Evaluation

Von der Evaluation bis zur Revision und Neuplanung

Die Evaluation ist in der Regel keine "letzte" Phase, sondern sie begleitet Sie als jemanden, der sein Projekt durchführt, auf Schritt und Tritt. Wenn Sie Ihr Programm so anlegen, wie es unter "Wege der Initiierung" und "Wenn ich mit Kollegen gemeinsam gesundheitsförderlich arbeiten will" beschrieben ist, findet mit der Kontrolle der Zielgruppen automatisch auch eine Evaluation statt (vgl. insbesondere Wege der Implementierung). Veränderungen produzieren Bestätigung, fehlende Veränderungen provozieren eine Revision des Programmes.
Evaluation in diesem Sinne dient der Optimierung Ihres Vorgehens. Mit der Dokumentation der Handlungsschritte und der Operationalysierung der gesundheitsbezogenen Verbesserungen sind Sie dem nächsten Schritt dieser Entwicklung bereits ganz nahe, der Weitergabe der positiven Erfahrungen an andere, die wie Sie sich oft fragen, ob denn das, was sie tun, wirklich bereits alles ist, was der Lehrberuf bietet und fordert. Mit einer stärkeren Fokussierung der eigenen Optik auf eine gesundheitsbewusste, förderliche und zur Gesundheit hin erziehende Schule lassen sich zusätzliche Kräfte für den Berufsalltag freisetzen.
Gesundheitsbezogenes Handeln kann aber nicht in einem einzigen Projekt bestehen. Gesunde Schule bedeutet nicht, ein einmaliges schülerbezogenes Projekt im Rahmen einer Projektwoche oder Klassenfahrt durchzuführen, sondern bedeutet, Schritt für Schritt das gesamte System Schule zu verändern. Diese auf Gesundheit bezogenen Veränderungen spiegeln sich in einer Vielfalt der Wirkungen wider.
Die einzelnen Handlungsschritte sind zwar hier in einer bestimmten Reihenfolge dargestellt, diese Reihenfolge innerhalb einer Phase ist aber nicht unbedingt bindend. Die Abfolge vieler Schritte ist von jeweils individuellen oder schulspezifischen Faktoren abhängig. Information, die bereits vorhanden ist, muss beispielsweise nicht gesucht werden, andererseits können Informationsquellen, die in anderen Schulen selbstverständlich sind, bei Ihnen fehlen. Ähnliches gilt für eine Reihe anderer Schritte, wie Sie sicher im Detail noch feststellen.
So erheben auch die Ablaufdarstellungen in den folgenden Kapiteln keinen Anspruch auf Vollständigkeit, diese wird wohl auch nie zu erreichen sein. Vorgestellt werden erfahrungsgemäß wichtige, aber auch für einen erfolgreichen Handlungsprozess effektive Schritte.
Sie müssen bei der Arbeit mit dieser Handreichung der Chronologie der Darstellung nicht unbedingt folgen, sondern können auch dort beginnen, wo Sie es möchten. Allerdings empfehlen wir insbesondere "Einsteigern" in das Themenfeld "Schulische Gesundheitsförderung", nicht sofort in schulische Handlungsprozesse "einzusteigen", sondern zunächst einmal die eigene Person in den Mittelpunkt der Betrachtungen und Reflexionen zu stellen und die Bedeutung des Themas für sich selbst zu klären. Dies kann helfen, notwendige Klarheiten bezüglich der eigenen Interessenlage zu schaffen und damit mehr Sicherheit und Verständnis im Handeln, im Umgang mit Schülerinnen, Schülern und im Kolleg(inn)enkreis zu gewinnen.

Die Bearbeitung folgender Fragen bietet dabei eine Hilfe

Wie wir die Ergebnisse unserer Arbeit sichern und für zukünftige Projekte nutzen können (Phase 5)

Ausgang:
Wir stecken mitten in einem Veränderungsprozess bzw. wir haben die ersten vier Phasen mit Schülern und Schülerinnen durchlaufen.

Ziele:

Im Verlauf der Evaluation sollten wir

  • Rückmeldungen über den Verlauf des Projekts erhalten haben
  • Schwachstellen entdecken können
  • positive Veränderungen feststellen können

Möglichkeiten für eine Evaluation während der Durchführung (Prozessevaluation)

  • Kontrolle (Beobachtung) der Zielfaktoren (vgl. Phase 3)
  • Anlegen eines Projektplanes (Netzplan)
  • Führen eines Projekt-Logbuches
  • Fortschreiben einer Wandzeitung

Möglichkeiten für eine Evaluation nach der Durchführung (Produktevaluation)

 

  • Befragung der Schülerinnen und Schüler über Projekteffekte
  • Befragung von Kolleg(inn)en, die in der Klasse unterrichten, über Projekteffekt
  • Befragung von Eltern über Projekteffekte
  • Festhalten von Wirkungen (s.u.)
  • Vergleich von "harten" Daten aus dem Zeitraum vor dem Projekt und dem Zeitraum "während"/"nach" dem Projekt: Unfallhäufigkeiten, Klassenbucheintragungen wegen Störungen, Krankheitstage von Schüler(inne)n und Kolleg(inn)en usw.
  • Wirkungen
  • Hat das Projekt das Gesundheitsverständnis der Kolleg(inn)en verändert?
  • Hat das Projekt das Gesundheitsverständnis der Schülerinnen und Schüler verändert?
  • Wurden die Beteiligten in ihren Bedürfnissen gestärkt?
  • Hat sich das Projekt auf die Art ausgewirkt, wie Lehrkräfte Unterricht führen?
  • Hat sich das Projekt auf den allgemeinen Umgang von Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern ausgewirkt?
  • Sind durch das Projekt gesundheitsförderliche Unterstützungssysteme ("Dienstleistungen") in der Schule entstanden?