Von der Durchführung bis zur Implementation

Ausgangslage:

Das Zielprogramm ist formuliert und im Konsens durch die Schulmitglieder verabschiedet. Außerdem liegen für die einzelnen Handlungsschritte Verantwortlichkeiten fest.

Ziele:

Am Ende dieser Phase sollten

  • das Projekt realisiert sein;
  • die Schülerinnen und Schüler und Kolleg(inn)en ein entwickeltes Gesundheitsverständnis haben;
  • gesundheitsfördernde Faktoren in die Unterrichtsführung einbezogen sein;
  • sich der Umgang zwischen Lehrkräften und Schüler(inne)n verändert haben;
  • sich die Umgebung in gesunder Weise verändert haben;
  • gesundheitsbezogene Kontakte zum Gemeinwesen geknüpft sein;
  • der gesundheitsfördernde Gedanke im Kollegium getragen sein;
  • Formen von gesundheitsfördernden "Dienstleistungen" geschaffen sein;
  • das nächste Projekt in Angriff genommen werden.

Der Kreis der Projektgestaltung

  • Die Projekt-Arbeitsgruppe konstituiert sich: Wer arbeitet mit und wie wollen wir miteinander arbeiten?
  • Der Arbeitsauftrag wird geklärt: Was ist das Problem (und was nicht)?
  • Das Problem wird analysiert: Wodurch entsteht das Problem, was sind seine Folgen?
  • Die Ziele werden geklärt: Was wollen wir mit dem Projekt erreichen?
  • Lösungswege werden erkundet: Welche Möglichkeiten gibt es?
  • Ein Projekt-Plan wird erstellt: Wie wollen wir vorgehen?
  • Das Projekt wird durchgeführt: Wie gehen wir vor?
  • Das Projekt wird kontrolliert: Wie können wir die Durchführung und die Ergebnisse des Projekts bewerten?
  • Das Gesundheitsplenum wird unterrichtet: Wie ist es dem Projekt ergangen? Welche Empfehlungen geben wir?
  • Das Gesundheitsplenum gibt Empfehlung an die Schulkonferenz: Implementation - Ja oder Nein?

Handlungsschritte durchführen

Die in der Planung festgelegten und vereinbarten Handlungsschritte werden von den jeweils verantwortlichen Personen oder Gruppen selbstständig durchgeführt.
Die Planungsgruppe (Gesundheitsforum) hat in dieser Phase die Aufgabe, die unterschiedlichen Aktivitäten zu koordinieren. Daher laufen hier auch die Informationen zusammen, so dass Verzögerungen in einzelnen Bereichen möglicherweise aufgefangen werden können.
Sollten sich im Verlauf der Projektdurchführung Schwierigkeiten ergeben, die sich auf mehrere Beteiligte auswirken, so werden sie in der Planungsgruppe gemeinsam mit den Betroffenen diskutiert und neu festgelegt.

Zielfaktoren kontrollieren

Die Veränderung der Zielfaktoren zeigt an, dass sich etwas in der Schule in die Richtung bewegt, die geplant war.
Daher werden diese Zielfaktoren besonders aufmerksam beobachtet. Positive Veränderungen sind nach all' der Arbeit, die einer  schulweiten Maßnahme stecken, schon fast ein Grund zum Feiern.
Treten solche Veränderungen nicht ein, so kann dies unterschiedliche Gründe haben: zum einen können sicherlich Planungsfehler vorliegen, so dass die erwünschten Effekte mit Hilfe des entwickelten Programms gar nicht auftreten können, zum anderen kann aber auch eine Fehleinschätzung in Bezug auf die "Trägheit" des Systems vorliegen, so dass die angestrebten Veränderungen nur langsamer als geplant eintreten.
Daher sind bei Stagnationen genauere Analysen angezeigt, bevor eine gesamte Planung verändert wird.

Durchführung dokumentieren

Das Festhalten der einzelnen Entwicklungsschritte ermöglicht auch im Nach-hinein eine solide Interpretation der Veränderungen.
Die verschiedenen Einflüsse können besser abgeschätzt werden, alle Systemmitglieder können zumindest informell am gesamten Prozess beteiligt werden und erhalten einen Blick über ihre jeweils eingeschränkten konkreten Teilaufgaben hinweg.
Die Dokumentation sollte nicht nur eine konkrete Projektbeschreibung in ihren einzelnen Schritten liefern, sondern auch auf die Verwirklichung der allgemeinen Ziele von Veränderung eingehen, also anhand von Beispielen, Berichten (Schüleraufsätzen, ...) zeigen, wie sich das Gefühl, aktiv und verantwortlich seine Welt gestalten zu können, entwickelt hat, welche Fertigkeiten zur Problemlösung aufgebaut werden konnten und wie sich die Einschätzungen der sozialen und politischen Umwelt verändert haben.
Diese Form von "Mündigkeit" gilt als Ziel nicht nur für die Schülerinnen und Schüler, sie ist erstrebenswert für jedes Schulmitglied.

Kontakt mit der Öffentlichkeit herstellen

Die Dokumentation ist oft in besonderem Maße geeignet, Kontakte mit der Öffentlichkeit herzustellen.
Veränderungen innerhalb des Systems Schule sind keine "privaten" Angelegenheiten. Gerade in Bezug auf das Thema Gesundheit haben sie Modellcharakter für ein sich veränderndes (Selbst-) Bewusstsein.
So können Informationen über das Gelingen einzelner Projekte "ansteckend" für andere Schulen oder andere soziale Systeme (Heime, Kindergärten, ...) sein, sich auch in die gleiche Richtung auf den Weg zu machen.
Und Öffentlichkeit kann bewirken, dass Sie für Ihre nächsten Projekte zusätzliche Unterstützung erhalten.

Veränderungen institutionalisieren

Positive Veränderungen verlieren sich manchmal wieder, weil sie nicht in den Alltag übernommen und damit institutionalisiert werden.
Prüfen Sie, welche Schritte notwendig sind, um die erstmalig erzielten positiven Ergebnisse zu stabilisieren und zu festen Größen im Schulleben werden zu lassen.
Veränderte Organisationsstrukturen stabilisieren sich nur dann, wenn die Organisationsmitglieder langfristig eine Unterstützung und Erleichterung ihres Arbeitsalltages erfahren.

Neues Projekt planen

Bleiben Sie nicht bei einem einmaligen Projekt stehen. Schule hat vielleicht einen ersten Schritt getan, wenn der Hausmeister anstelle der Süßwaren Obst anbietet, steht damit aber noch am Anfang eines Weges zu einer gesunden Schule.
Erst wenn sich die gesundheitsförderlichen Merkmale im Zusammenleben und in der Unterrichtsgestaltung konkretisieren, ist ein Stück dieses Weges zurückgelegt.
Und fast am Ziel sind Sie, wenn Ihre Schule in ein soziales, gesellschaftliches Umfeld eingebettet ist, das Sie durch Ihren "Gesundheitsvirus" angesteckt haben.