B. Empfehlungen zur Mittagsverpflegung in Tageseinrichtungen für Kinder

Kindern, die täglich 6 h und mehr in einer Tageseinrichtung für Kinder verbringen, bestimmt das Essensangebot maßgeblich den Ernährungs- und Gesundheitszustand der Kinder und prägt deren Essgewohnheiten. Ganztageseinrichtungen müssen daher eine Mittagsmahlzeit anbieten, die in der Regel warm sein sollte.
Bei der Gestaltung der Verpflegungspläne sind die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) einzuhalten. Dabei geht es nicht nur darum, Hunger und Durst zu befriedigen und durch richtige Auswahl und Zubereitung der Lebensmittel den Körper mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen. Durch positive Erfahrungen und Erlebnisse mit Essen und Trinken sowie durch gemeinsames Essen wird eine gesundheitsfördernde Ernährungsweise der Kinder angebahnt. Da sich Geschmackspräferenzen gerade im Alter von 1 bis 6 Jahren entwickeln, sollte großer Wert auf die sensorische Qualität und auf die Vielfalt von Speisen gelegt werden. Da der Energiebedarf von Kindern stark schwanken kann, sollten Kinder über die Nahrungsmengen selbst entscheiden und auch an der Speiseplangestaltung angemessen beteiligt werden. Eine vollwertige, ausgewogene Ernährung kann durch verschiedene Verpflegungssysteme erreicht werden. Aus ernährungsphysiologischen Gründen und wegen der Vorteile frisch zubereiteter Lebensmittel für die Sinnesbildung wird einer Frischkostverpflegung der Vorrang eingeräumt. Lassen die räumlichen Gegebenheiten und finanziellen Möglichkeiten dies aber nicht zu, kann ein anderes Verpflegungssystem gewählt werden. In dem von aid und DGE herausgegebenen Ordner "Essen und Trinken in Tageseinrichtungen für Kinder" werden umfangreiche und unabhängige Informationen zur praktischen Umsetzung gegeben.
Im Mittelpunkt der täglichen Mittagsmahlzeit steht der reichliche Verzehr von Nudeln, Reis, Kartoffeln, Gemüse und Salate. Diese pflanzlichen Lebensmittel werden ergänzt durch fettarme Fleisch-, Eier oder Fischgerichte. Geeignete Nachtische sind zusatz-stoffarme Joghurt-, Quark-, Pudding- und Obstspeisen.
Eine reine vegane Ernährung ist für Kinder riskant, da diese besonders während der Wachstumsphasen zu Mangelerscheinungen führen kann. Kalorienfreie oder kalorienarme Getränke sollten den Kindern ständig zur Verfügung stehen.
In Einrichtungen mit lediglich verlängerter Öffnungszeit benötigen die Kinder eine kleine Zwischenmahlzeit. Hierzu reicht in der Regel ein belegtes Brot bzw. Brötchen, eine kleine Portion Müsli oder eine Portion Obst aus.