Inhaltliche Förderkriterien

(Stand: 08.07.2017)

Das Landesprogramm möchte Sie bei Ihren gesundheitsförderlichen Schulentwicklungsprozessen unterstützen. Dabei beziehen wir uns auf das IQES-Konzept der guten gesunden Schule und auf wissenschaftlich gestützte Erkenntnisse aus dem Qualitätsmanagement. Die folgenden inhaltlichen Kriterien leiten sich daraus ab. Außerdem sind hier Erkenntnisse eingeflossen, die sich aus den Evaluationen bereits durchgeführter Maßnahmen von BuG-Schulen ergeben haben.

Je nachdem, an welchem Punkt sich eine Schule gerade beim Aufbau eines solchen anspruchsvollen, aber effektiven Qualitätsmanagements befindet, wird es gelingen, weniger oder mehr der Förderkriterien zu erfüllen. Je mehr Aspekte Sie berücksichtigen, desto eher ist gewährleistet, dass Ihre Maßnahme ihre volle und nachhaltige Wirkung für den Bildungserfolg Ihrer SuS‘ und die Gesundheit aller Beteiligten entfalten kann (s. IQES-Dimension 8).

Insgesamt müssen folgende Aspekten und Prozesse in Ihrem Maßnahmenantrag deutlich werden:

Sie können sich bei Fragen gerne auch schon bei der Planung einer Schulentwicklungsmaßnahme von Ihrer zuständigen Koordinatorin bzw. Ihrem zuständigen Koordinator beraten lassen (und nicht erst bei der Antragsstellung).

Wertvolle Hinweise und Tipps finden Sie auch im Leitfaden „Selbstevaluation für Praktikerinnen und Praktiker“, den das Landeszentrum Gesundheit NRW herausgegeben hat.

  • Wird in der Beschreibung der Ausgangslage das Problem deutlich, das bearbeitet werden soll?

  • Wird in der Beschreibung der Ausgangslage deutlich, wie anhand einer (Selbst-)Evaluation ein spezifischer Bedarf erkannt wurde? Wird das Problem deutlich?

  • Wird der beschriebene Bedarf als primäre Schulentwicklungsaufgabe benannt? 
    Evaluationsinstrumente: BuG-Screening, IQESonline, Qualitätsanalyse o. Ä. Eine Maßnahme muss sich natürlich nicht allein aus einer Evaluation ableiten. Auch allgemeine Schulentwicklungsvorhaben werden von BuG unterstützt. In der Regel sollte allerdings eine Evaluation einen Beitrag für diese Planungen geleistet haben. In der Regel wird dies das BuG-Screening sein. S. auch Checkliste zur Bedarfsanalyse, S. 4.

  • Werden anhand des beschriebenen Bedarfs spezifische Ziele entwickelt und benannt?
    Wählen Sie nicht zu viele Ziele auf einmal.

  • Sind die Ziele, die mit der Maßnahme erreicht werden sollen, wirkungsorientiert, überprüfbar und erreichbar (SMART)?
    SMART =
    spezifisch: Ziele müssen klar und eindeutig sein.
    messbar: Es muss feststellbar sein, ob die gewünschte Wirkung eingetreten ist.
    anspruchsvoll/attraktiv/akzeptiert: Die Zielerreichung soll keine Selbstverständlichkeit sein. Das Ziel muss Sog entfalten (weniger Output, mehr Outcome). Alle Beteiligten müssen die Ziele akzeptieren (gemeinsames Verständnis über die Wirkungsziele).
    realistisch: Die Zielerreichung sollte im Bereich des Möglichen liegen, d. h. es müssen die zur Verfügung stehenden Ressourcen berücksichtigt werden.
    terminiert: Es muss definiert sein, wann überprüft werden soll, ob die Wirkung eingetreten ist.
    Dabei hilft auch die Festlegung auf einen, höchstens zwei Entwicklungsschwerpunkte. Welcher IQES-Qualitätsdimension wird der Schwerpunkt zugeordnet? Die Ziele müssen zum beschriebenen Bedarf passen (s. o. Ausgangslage). Bestenfalls werden die Ziele unter Beteiligung verschiedener Akteur*innen in einem partizipativen Prozess entwickelt. Im Prozess der Planung einer Schulentwicklungsmaßnahme kann der Prozess der Zielformulierung manchmal die Hälfte der Zeit einnehmen. Diese Zeit ist gut investiert, denn nur mit klaren Zielen ist die Richtung der Intervention klar und wird das kollektive Handeln gebündelt. Unnötige Widerstände oder unliebsame Überraschungen werden so größtenteils vermieden. Erwartungen an die Maßnahme sind klar formuliert. Zur hohen Kunst der Zielformulierung s. auch Checkliste Zielformulierung, S. 5.

  • Werden anhand der Ziele konkrete Maßnahmen abgeleitet (Strategie).

  • Ist die Kurzbeschreibung der Maßnahme auch für Außenstehende verständlich und ist der gesundheitsförderliche Bezug deutlich erkennbar?

  • Wird in der Kurzbeschreibung der Maßnahme deutlich, wie Verhaltens- und Verhältnisprävention miteinander verknüpft sind? 
    Nur wenn beide Dimensionen bedacht werden, entfaltet eine Maßnahme in der Regel eine nachhaltige Wirkung. Hierzu ein Beispiel: Ein externer Anbieter schult SuS‘ und LuL‘ in Workshops zu einem gesundheitsförderlichen Thema (Verhaltensprävention) und in der Schule werden gleichzeitig die Strukturen bzw. Rahmenbedingungen dafür geschaffen, dass die SuS‘ und LuL‘ anschließend die neu erworbenen Kompetenzen anwenden können (Verhältnisprävention). Es muss erkennbar sein, dass es sich nicht um ein Einzelprojekt handelt, sondern dass die Maßnahme in den gesamten Schulentwicklungsprozess eingebettet ist, so dass die Maßnahme der Schulentwicklung wichtige Impulse geben kann.

  • Wird in der Kurzbeschreibung der Maßnahme deutlich, wie die Maßnahme nachbereitet werden soll und wie nach Beendigung der Maßnahme gewährleistet wird, dass Inhalte und Methoden nachhaltig in den Schullalltag übernommen werden können?

  • Sind zu jedem Ziel 1 – 2 leicht zu messende Merkmale (Indikatoren) festgelegt, an denen erkennbar wird, welche konkreten Veränderungen tatsächlich erwartet werden, um hinterher beurteilen zu können, ob die Maßnahme ein Erfolg war? 
    S. auch die kurze Checkliste für die Formulierung von Indikatoren, S. 8 und 9. Je klarer das Ziel definiert ist, desto einfacher ist es, Indikatoren zu finden. Woran werden Sie konkret merken, dass sich in der Schule etwas verändert hat?

  • Wird die durchgeführte Maßnahme evaluiert, um feststellen zu können, ob das angestrebte Ziel bzw. die angestrebten Ziele erreicht wurden?
    Das BuG-Screening stellt eine gute Datengrundlage zur Beurteilung der langfristigen Wirkung dar, die je nach Fragestellung/Fokus durch eigene Evaluationen ergänzt werden kann. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass das Evaluations-Instrument schlicht und nicht zu aufwändig ist. Manchmal können bereits vorhandene Daten ausgewertet werden. Häufig benutzt man Beobachtungs-, Dokumentations- oder Fragebögen. www.IQESonline.net bietet z. B. die Möglichkeit, unter erprobten Fragebögen auszuwählen und/oder sie den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Denkbar sind aber auch (Gruppen-)Interviews/Fokusgruppen (Informationen dazu finden Sie hier) oder Photo Voices (ein Beispiel zur Anwendung der Methode finden Sie hier).
    Die Maßnahmenevaluation ist kein Kontroll-, sondern ein Entwicklungsinstrument! Nur so können Sie sicher sein, dass die immer knapp bemessenen Ressourcen sinn- und wirkungsvoll eingesetzt werden.