«Standardorientierte Unterrichtsentwicklung»

In allen Bundesländern werden zurzeit im Auftrag der Kultusministerkonferenz ( KMK, vgl. BMBF 2003 ) Fortbildungsmaßnahmen zur standardorientierten Unterrichtsentwicklung konzipiert. Ganz auf der Linie der neuen, outputorientierten Steuerungsphilosophie, bilden diese Konzepte einen wichtigen Baustein in der Wirkungskette «Standards setzen - Standards überprüfen - Ergebnisse analysieren - Unterricht entwickeln». Zentrale Ansatzpunkte sind hier die Ergebnisse fachlichen Lernens.

Die große Chance dieses Konzeptes liegt in der unterrichtsbezogenen fachdidaktischen Weiterentwicklung, etwa in der Entwicklung einer neuen Aufgabenkultur. Die «zweite realistische Wende» der Pädagogik kann zudem wichtige Daten als diagnostische Basis für Entwicklung und individuelle Förderung liefern.

Grenzen liegen vor allem in der mehrfachen Reduktion der Qualitätsdiskussion auf Messbares in den Kernfächern ( vgl. z.B. Groeben / Heymann 2005 ). Der hohe Aufwand allein für das Messen und die zentrale Entwicklung von Tests führt in Zeiten knappen Geldes fast automatisch zur Vernachlässigung von Ressourcen, die bei der Unterrichtsentwicklung benötigt würden.

Auch die Vernachlässigung von personellen, didaktischen und systemischen Faktoren in diesem Konzept stellt einen wesentlichen Schwachpunkt dar.