«Lehren und Lernen für die Zukunft»

Dieses Leitkonzept für «Selbstständige Schulen» in Nordrhein - Westfalen, das vom Schulministerium, den fünf Bezirksregierungen und der Projektleitung ( Bertelsmann Stiftung ) im Frühjahr 2004 gemeinsam entwickelt wurde, basiert u.a. auf den Publikationen von Heinz Klippert und wurde durch weitere Komponenten, wie z.B. das Kooperative Lernen, erweitert ( vgl. Selbstständige Schule 2004 ). Es ist systematisch und teamorientiert angelegt und soll die Schule als Ganzes erfassen und verändern. Zentraler Ansatzpunkt ist die Arbeit an den überfachlichen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler. Eine solche Arbeit ermöglicht auch einen sparsamen Einsatz von personellen und finanziellen Ressourcen.

Stärken des Ansatzes liegen in der systematischen Vernetzung bis in die Region hinein, in der sich die Schule befindet. Die Trainingsbausteine weisen eine große Nähe zum Arbeitsalltag auf, und die Übungs - und Trainingselemente erlauben auch kurzfristige Erfolgserlebnisse. Schwächen liegen aber auf mehreren Ebenen. Zunächst ist die Nachlagerung des fachlichen Transfers ein hohes Risiko. Alle Unterrichtswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler warnen vor isolierten Methodentrainings, die Kompetenzillusionen auf einem inhaltlich oberflächlichen Niveau erzeugen, aber keine fachlich eingebundenen, elaborierten Lernstrategien vermitteln ( vgl. z.B. Stövesand 2000/2001 oder Gruschka/Martin 2002 a, b ). Die geschlossenen Trainingsbausteine erlauben nur wenig Binnendifferenzierung oder das Anknüpfen an subjektiven Theorien und Bedürfnissen. Fragen der Ergebnisorientierung werden nur ganz am Rande behandelt.