Das RegioBus-Projekt "Schülerinnen und Schüler als Busbegleiter"

Um was geht es?

An jedem Schultag benutzen etwa 35.000 Schülerinnen und Schüler die Busse der RegioBus In der Region Hannover werden ca. 250 Schulen angefahren. Dabei kommt es leider auch immer wieder zu aggressivem Verhalten, vor allem nachmittags auf der Fahrt nach Hause. An den Bushaltestellen wird gedrängelt und geschubst, denn jeder will als erster im Bus sein, um einen Sitzplatz zu bekommen. Auch im Bus gibt es während der Fahrt Rangeleien, Sitzpolster werden beschädigt oder bemalt.
 
Nur selten greifen Altersgenossen oder erwachsene Fahrgäste ein, wenn etwas passiert. Und das Fahrpersonal muss sich auf die Strecke konzentrieren und bekommt im vollbesetzten Bus ohnehin nicht mit, was im hinteren Teil vor sich geht.

Wozu Busbegleiter?

Um die Beförderungsqualität für alle Fahrgäste im Schülerverkehr zu verbessern und die Vandalismusschäden zu senken hat die RegioBus das Projekt „Schülerinnen und Schüler als Busbegleiter“ ins Leben gerufen.

Wie ging's los?

Im Rahmen eines Pilotprojekts wurden in Springe seit Mitte Mai 2003 31 Schülerinnen und Schüler von der RegioBus zu Busbegleitern ausgebildet. Die Vorbereitungen liefen über mehrere Monate. Mit einer Anschubfinanzierung durch die Region Hannover wurden zwei Verkehrsmeister mit langjährigen Erfahrungen im Schülerbereich zu Trainern ausgebildet.
Im Vorfeld wurden sieben 8. Klassen der beiden beteiligten Schulen während des Unterrichts über das Projekt informiert. Dabei stand die Freiwilligkeit der Schüler im Vordergrund. Voraussetzung für die Teilnahme war ihr Interesse an der Aufgabe, die Erlaubnis der Eltern und Eignungsempfehlungen der Lehrer. Um zusätzlichen Zeitaufwand zu vermeiden müssen die Busbegleiter Schüler sein, die sowieso mit dem Bus zur Schule fahren.

Was tun Busbegleiter?

Während der mehrwöchigen Ausbildung spielen die Schüler Situationen im Bus durch und entwickeln Lösungsstrategien.
Die Schüler können bestimmte Situationen besser als mancher Erwachsene abschätzen und entsprechend auf ihre Mitschüler einwirken.
Busbegleiter sind aber keineswegs Hilfspolizisten oder der verlängerte Arm des Verkehrsunternehmens. Sie sollen sich nicht in Gefahr begeben. Die Schüler sind vielmehr Vermittler zwischen Schülern untereinander auf der einen und Busfahrer und Schülern auf der anderen Seite.
Die Busbegleiter sind ehrenamtlich tätig. Jedoch hat die Tätigkeit durchaus Vorteile für die Schüler. Das Engagement geht mit einem positiven Entwicklungsschub einher, das Selbstbewusstsein, soziale Kompetenz und Zivilcourage werden gestärkt. Zudem erhalten die engagierten Jugendlichen einen Vermerk im Zeugnis, denn soziale Kompetenz ist bei zukünftigen Bewerbungen sicher von Vorteil.

Wie geht's weiter?

Das Pilotprojekt in Springe verlief von Anfang an bis heute sehr erfolgreich. Daher hat die RegioBus die Busbegleiterausbildung auf weitere Schulen in der Region Hannover ausgeweitet. So gibt es mittlerweile Busbegleiter auch in Wunstorf und Uetze. Bis heute sind ca. 380 Schüler zu Busbegleitern ausgebildet worden. Weitere Schulstandorte kommen in jedem Jahr hinzu.

Quelle:  regiobus.typo3.vision-connect.de/29.html (Seite besteht nicht mehr)