Schulmodell

Die föderalistische Schweiz zeichnet sich bekanntlich durch Vielfalt aus, dies nicht zuletzt im Schulbereich. So gibt es allein im Kanton Bern fünf verschiedene Modelle für die Sekundarstufe I (7. bis 9. Schuljahr), unter denen die Gemeinden frei wählen können. In den drei von der Stadt Bern ausgewählten Modellen werden Real- und Sekundarschülerinnen und -schüler (unterschiedliche Leistungsniveaus) unter einem Dach unterrichtet. Im eher „separierenden" Modell (Sieben Schulen) sind Real- und Sekundarschülerinnen und -schüler aber speziellen Klassen zugeteilt, auch wenn sie die Möglichkeit haben, einzelne Hauptfächer in Niveaukursen der jeweils anderen Stufe zu besuchen. In den beiden „integrierenden" Modellen (Sieben Schulen) werden Real- und Sekundarschülerinnen und -schüler in gemeinsamen Klassen unterrichtet. Den unterschiedlichen Begabungen wird in den Kernfächern durch Niveauunterricht in Gruppen oder durch individuelle Förderung im Klassenverband Rechnung getragen. Ein Vergleich der Häufigkeit verschiedener Gesundheitsprobleme in den beiden Schultypen zeigte nun einen klaren und statistisch signifikanten Vorteil zugunsten der integrierenden Modelle bei folgenden Problemen: schlechter oder nur mäßig guter Gesundheitszustand; häufige psychosomatische Beschwerden; Ess-Störungen; Depressionen; Rauchen. Bei keinem einzigen Indikator war ein Vorteil für das separierende Schulmodell zu erkennen.