Schulklima und Gesundheit

Für die Messung des Schulklimas wurden entsprechende Instrumente in den Lehrerfragebogen (Bessoth u. a. 1997) und in den Schülerfragebogen (eigenes Instrument) aufgenommen. Letzteres misst vier Indikatoren: Wohlbefinden in der Schule; Mitwirkung; Verhältnis zur Lehrerschaft; Klassenklima. Durch Addition der vier normierten Indikatorwerte wurde für jeden Schüler / jede Schülerin eine „Klimanote" der eigenen Schule berechnet. Aus dem Mittelwert der Noten aller Schülerinnen und Schüler konnte für jede Schule ein Klimawert festgelegt werden. Mit dem so gemessenen Klima wurden in einer Analyse auf der Ebene Schule statistisch signifikante Zusammenhänge mit folgenden Gesundheitsdaten der Achtklässlerinnen und Achtklässler (1998 und 2002 gepoolt) gefunden (in Klammer Erklärungswert R2 = Anteil der Varianz zwischen den Schulen, der durch Unterschiede im Schulklima erklärt wird):

  • Durchschnittliche Anzahl Schutzfaktoren (R2 = 0.54), (siehe Abbildung 1)
  • Anzahl verschiedener gesundheitlicher Probleme (R2 = 0.19)
  • Konsumverhalten (R2 = 0.27)
  • Normbrechendes Verhalten (R2 = 0.31)
  • Schulleistung (R2 = 0.25)

Mit den Daten der Sechstklässlerinnen und Sechstklässler wurden ähnliche, aber schwächer ausgeprägte Zusammenhänge gefunden.

Abbildung 1: Schulklima und durchschnittliche Anzahl psychosozialer Schutzfaktoren der Schülerinnen und Schüler der achten Klassen. Jedes Symbol entspricht einer Schule. Schwarz: Daten von 1998; Weiss: Daten von 2002.