Individuelle psychosoziale Determinanten

Ausgehend von der Hypothese, dass die Gesundheit der Jugendlichen in hohem Masse von ihrer psychosozialen Befindlichkeit bestimmt wird, wurden zwei psychosoziale Risikofaktoren (erlebter Stress im Allgemeinen und erlebter Schulstress) sowie 13 Schutzfaktoren definiert. Von diesen waren acht unabhängig voneinander statistisch signifikant mit einem oder mehreren Gesundheitsindikatoren verbunden: Positive Einstellung zum Leben; Meinung, dass Suchtmittelkonsum unvereinbar sei mit persönlichen Lebenszielen; Zufriedenheit mit dem eigenen Körper; Selbstwertgefühl; Freiheit von leichten depressiven Verstimmungen; Fähigkeit, persönliche Probleme rational anzugehen; soziale Anpassung; gute Schulleistung. Die Gesamtzahl der bei einem / einer Jugendlichen vorhandenen Schutzfaktoren erwies sich als potenter Prädiktor von Gesundheitsproblemen aller Art. Stark empfundener allgemeiner Stress (Zeitmangel, zu reich befrachtetes Freizeitprogramm, Auseinandersetzungen mit Eltern, Geschwistern und Kameraden etc.) erwies sich als Risikofaktor für verschiedene gesundheitliche Probleme, während der Schulstress - ganz entgegen der landläufigen Meinung - kaum einen Zusammenhang mit der Gesundheit zeigte.

Hier ist allerdings anzufügen, dass sich die Schweizer Schüler und Schülerinnen im internationalen Vergleich in der Schule sehr viel wohler zu fühlen scheinen als ihre Kameraden und Kameradinnen in allen andern Ländern, von denen vergleichbare Daten zur Verfügung stehen (Currie u. a. 2000).