Einfluss der Schule auf die Gesundheit der Jugendlichen

In früheren Jahrzehnten war Gesundheitserziehung gleichbedeutend mit dem von der einzelnen Lehrkraft erteilten Unterricht und allfälligen Gesundheitsprojekten in der Klasse. In Bezug auf Schulleistung war aber schon Mitte des vorigen Jahrhunderts aufgefallen, dass die Resultate nicht nur vom Einsatz der einzelnen Lehrperson abhingen, sondern dass z. T. erhebliche Unterschiede zwischen ganzen Schulen bestanden. Während diese Unterschiede anfänglich auf unterschiedliche soziale Herkunft der Schülerinnen und Schüler und ungleiche materielle Ressourcen zurückgeführt wurden, zeigte spätestens die im Jahr 1979 publizierte Londoner Studie, dass der entscheidende Faktor im inneren Leben der Schule, in ihrem Wertsystem, den geschriebenen und ungeschriebenen Regeln des Zusammenlebens, des Umgangs mit Leistungsschwächen und Verhaltensstörungen etc. zu suchen ist1. Diese immateriellen Werte werden im angelsächsischen Sprachraum häufig als „school ethos", im deutschsprachigen Raum als „Schulklima" umschrieben. Im Rahmen des Europäischen Netzwerks Gesundheitsfördernder Schulen wurde hierzu eine ganze Reihe von Definitionen und Kriterienlisten vorgeschlagen, aber eine allgemein verbindliche Umschreibung existiert nicht. Ein besonderer Aspekt, der im folgenden Abschnitt abgehandelt wird, ist der Umgang mit den unterschiedlichen Begabungen der Schülerinnen und Schüler. Das Schulklima im engeren Sinne und seine Bedeutung für die Gesundheit stehen im Zentrum des zweiten Abschnitts. Es folgt eine Antwort auf die Frage, ob es in der Stadt Bern gelungen ist, mit der Arbeit der Gesundheitsteams das Schulklima zu verbessern, und abschließend wird die Wichtigkeit einer guten und kompetenten Schulleitung anhand empirischer Daten unterstrichen.