Gesundheitsförderung und ökologisches Bewusstsein

Umwelterziehung und Gesundheitserziehung wurden in der Vergangenheit häufig mit Mitteln der Aufklärung und Abschreckung betrieben und beschränkten sich weitgehend auf Wissensvermittlung.

Dieses Wissen rief häufig Ängste oder auch Resignation hervor, führte aber nur selten zu einer Verhaltensänderung gegenüber der Natur oder zu einer gesundheitsförderlichen Alltagsgestaltung. Das heißt, eine Natur- und Umwelterziehung die sich fast ausschließlich als Wissensvermittlung versteht, hazt sich als relativ erfolglos erwiesen, was die Entwicklung von umweltbewusster Handlungsfähigkeit betrifft, genauso wie ein Mensch nicht automatisch gesund ist, wenn er kognitiv viel über gesunde Lebensweisen und gesundes Verhalten gelernt hat.

Durch diese Erziehungsanstrengungen ist deshalb weder die Umwelt noch die Gesundheit entscheidend verbessert worden. Um tatsächlich die Gesundheit zu fördern und die Umwelt zu schützen, sind umfassendere und grundlegendere Konzepte nötig. Das Konzept der Lebensweise (vgl. hierzu auch ab S. 37) ist ein solches.

In dem Bemühen, eine gesundheitsförderliche und umweltverträgliche Lebensweise aufzubauen, spielt Naturerleben eine wichtige Rolle.

    In den Naturerlebnissen begegnen sich die Innen- und die Außenwelt des Menschen.
    Sich wohl fühlen in der Natur, die Natur bewusst und intensiv wahrzunehmen und sich selbst in der Natur und als Teil der Natur wahrzunehmen, sind wichtige Stationen, die durch sensible Anleitungen zur Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion führen, die das Selbstbewusstsein fördern, einer Selbststärkung dienen und somit auch unmittelbar der eigenen persönlichen Gesundheit. Freude und Spaß, Energie und Kraft durch die Natur zu gewinnen, ist ein Ziel des Naturerlebens und der Gesundheitsförderung. Diese positive Einstellung und Kraft zu nutzen, um handlungsfähig zu werden, um für eine gesunde Umwelt aktiv einzutreten, ist ein weiterer Schritt zum Aufbau einer gesundheitsförderlichen Lebensweise.

Auf den folgenden Seiten erhalten Sie einen Überblick nach dem 5-Phasen-Modell, welche Zugänge zum Naturerleben sich in der Schule bieten können.

Anschließend zeigen einige Übungsbeispiele zum Thema "Wald" praktische Zugangsmöglichkeiten für das Arbeiten mit Schülerinnen und Schülern.

Ellen Wilke in: Ulrich Barkholz / Georg Israel / Peter Paulus / Norbert Posse: Gesundheitsförderung in der Schule. Ein Handbuch für Lehrerinnen und Lehrer. Landesinstitut für Schule und Weiterbildung, Soest 1997, S. 162 ff.