Prinzipien guter und gesunder Schulfreiflächen

Gestaltung schulischer Freiflächen ist keine reine Baumaßnahme. Vielmehr erfüllt das Gelände eine pädagogische Funktion. Anforderungen an die Gestaltung stehen in direkter Wechselbeziehung mit der pädagogischen Alltagsnutzung. Nur im Miteinander von Schulabläufen und räumlicher Gestaltung lassen sich die verschiedenen Ziele, die für gute und gesunde Schulfreiflächen sprechen, auch tatsächlich erreichen.

Schulfreiflächen sind Schulraum

  • Die Schulfreiflächen müssen als Unterrichtsort gesehen werden und entsprechend gestaltet sein
  • Schulen müssen die Freiflächen in Unterricht und Schulprogramm einbinden.

Raumressourcen des Geländes müssen ausgeschöpft werden

  • Das gesamte Schulgrundstück ist potentieller Raum für Pause und Unterricht. Je mehr Fläche genutzt wird, desto mehr entzerrt sich das Geschehen.
  • Aktives Aufsichtsverhalten und flexible Pausenregelungen unterstützen die Ausschöpfung der Potentiale.

Schulfreiflächen verändern sich permanent

  • Gestaltung von Schulfreiflächen lässt offene Flächen für prozesshafte Arbeitsweisen und Raum für weitere Entwicklung.
  • Identifikation muss für jede neue Schülergeneration durch praktische Projektarbeit entstehen können.

Schulfreiflächen sind öffentlicher Freiraum

  • Die Gestaltung muss schulische und außerschulische Nutzung gleichermaßen berücksichtigen. Robuste Bauweisen, geschützte Bereiche o. ä. sichern das Miteinander.
  • Öffnung der Schule zum Stadtteil schafft in der Regel soziale Kontakte und soziale Kontrolle.

Kooperation der Akteure ist unverzichtbar

  • Akzeptanz der Fachkompetenz der verschiedenen Akteure und Kooperation mit dem gemeinsamen Ziel guter und gesunder Schulfreiflächen ist unverzichtbare Voraussetzung dauerhafter Veränderungen.
  • Transparenz, Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit der Abstimmungen sind Voraussetzung für dauerhafte und verlässliche Zusammenarbeit.

Pflege und Unterhaltung sichern die Alltagsnutzung

  • Pflege muss der Nutzung angepasst sein. Folgekosten sind bei der Gestaltung zu berücksichtigen.
  • Schule und Schulträger müssen abgestimmte Vorgehensweisen entwickeln, die Abweichungen von Routinen bedeuten können.

Ideelle und finanzielle Förderung ist nötig

  • Engagement von Einzelnen ist unverzichtbar, darf aber nicht entscheidend für Projekterfolge sein. Im baulichen und schulischen Rahmen müssen gute und gesunde Schulfreiflächen eine Lobby haben.
  • Gute und gesunde Schulfreiflächen müssen politisch gewollt und unterstützt werden, beispielsweise durch Richtlinien, Programme

u.a., die auch qualitative Maßstäbe anlegen.