4.4 Suchtspezifische Informationsvermittlung

Zu einem wirksamen kommunikativen Präventionsansatz gehört auch die adäquate Vermittlung suchtspezifischer Sachinformationen. Diese Informationsvermittlung muss  allerdings an der Lebenswelt von Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden orientiert sein. Dazu gehören die Einbeziehung der Erfahrungswelt der Schüler, die Berücksichtigung emotionaler Aspekte und letztlich die Bewusstmachung und Problematisierung von Suchtverhalten statt Drogenkunde. Nach wie vor gilt, dass eine Prävention als reine Informationsvermittlung wirkungslos bleibt (vgl. Schaps, E. u. a.: Die Beurteilung der Wirksamkeit von 127 Programmen zur Suchtprävention. In: Drogenalkohol. Lausanne.

Heft 3. 1981). Informationsstrategien, in denen Fakten über die physiologischen, rechtlichen und psychologischen Folgen von Drogenkonsum und -missbrauch vermittelt werden, können kommunikative Ansätze allerdings wirkungsvoll begleiten, bzw. müssen in diese eingebettet sein. Mindestens kurzfristig scheinen auf Information basierende Aufklärungsprogramme bei jüngeren Kindern im Vorschulalter positive Wirkung zu haben. Da sich der Erstkonsum von Nikotinprodukten immer häufiger in die letzen Klassen der Grundschule vorverlagert, ist hier ein Anwendungsfeld für diese Präventionsprogramme gegeben (vgl. Bauer, R., Hegenauer, A, Näger, S. 1996 und Asshauer und Hanewinkel: Fit und stark fürs Leben. In: Fachzeitschrift der Aktion Jugendschutz.

Nr. 1/ 37. Jahrgang. März 2001). Eine auf Abschreckung basierende Information Jugendlicher über die pharmakologischen Aspekte von Drogen, über Gefahren, Schäden und Strafandrohungen sowie die Verwendung Furcht erregender Bilder von Suchtkranken erreicht diese in der Regel nicht. Fehlende Identifikation mit den Abhängigen bei nicht betroffenen Jugendlichen und die Verstärkung eines „Übermutsyndroms" bei suchtgefährdeten Jugendlichen sind häufige, unerwünschte Folgen.