2. Psychosozialer Ansatz in der schulischen Suchtprävention

In der fachwissenschaftlichen Diskussion wird eine Fülle von Erklärungsmodellen für Ursachen und Bedingungen von Suchtformen diskutiert. In den „Fachlichen Grundlagen" werden diese Diskussionsstände ausführlich nachgezeichnet.

Der Konzeption der schulischen Suchtprävention in NRW liegt ein prozess- und interaktionsorientierter Ansatz zugrunde, in dem von einem wechselseitigen Wirkungszusammenhang von Person, Umwelt und Droge ausgegangen wird. Im Gegensatz zu eindimensionalen Konzepten geht die schulische Suchtprävention in NRW nach wie vor von einem psychosozialen Ansatz aus, der in primär- und sekundärpräventiver Hinsicht besondere Anstrengungen notwendig macht (vgl. ebenda. S. 14 ff).

Der psychosoziale Ansatz definiert den Suchtmittelkonsum vor allem als personales und interpersonales Verhalten im Wirkungsfeld sozialer und gesellschaftlicher Einflüsse. Auf der Basis dieses Erklärungsansatzes geht es bei der Frage nach wirksamen Vorbeugungskonzepten darum nicht ausschließlich um Stoffmittel, sondern um die besonderen Abhängigkeitsverhältnisse, die zwischen allen Faktorengruppen - Personen, Umwelt und Droge- entstehen können. Von ihrem Bildungs- und Erziehungsauftrag her hat die Schule eine spezifische Nähe zu diesem Standpunkt und kann mit ihren Mitteln des Unterrichtens und Informierens, des Beratens und Helfens einen wichtigen psychosozialen Prophylaxebeitrag leisten.