1.3 Lebensweltorientierung in der schulischen Suchtprävention

Problematisch bleibt für die Schule die Auseinandersetzung mit Cannabisprodukten, einem bislang illegalen Suchtmittel. Die Schule befindet sich damit mitten im Spannungsfeld von Legalisierungsinitiativen bis zur Befürwortung vorhandener gesetzlicher Vorschriften bzw. verstärkten Einschränkung der Verfügbarkeit von Suchtmitteln generell.

Die Notwendigkeit einer offensiven Auseinandersetzung mit diesem Thema ergibt sich aus vorliegenden Untersuchungen zur Konsumhäufigkeit bei Jugendlichen. In der Lebenswelt vieler Jugendlicher spielen diese Suchtmittel (daneben auch Designerdrogen) eine bestimmte Rolle, an diesen Erfahrungen kann eine erfolgreich angelegte Suchtprävention nicht vorbeigehen. Andererseits gilt für die Schule das Legalitätsprinzip und damit die Beachtung der strafrechtlichen Relevanz dieses Themas. In dem vorliegenden Unterrichtsbaustein kann man die in diesem Bereich immer wieder notwendige Gratwanderung mit nachvollziehen.

Für die Lebensweltorientierung spricht die alltägliche Auseinandersetzung und Konfrontation von Schülerinnen und Schülern mit Suchtmitteln in den Lebenswelten Familie, Schule und Freizeit, die hohen Konsumzahlen im Bereich bisher legaler Suchtmittel und gebräuchlichen Konsummuster auch im Bereich bisher illegaler Suchtmittel. Aus der Lebensweltorientierung folgt, dass die suchtpräventiven Strategien nicht generell, sondern immer in Orientierung am einzelnen Schüler/Schülerin oder der jeweiligen Klasse zu entwickeln sind. Bei Schülerinnen und Schülern mit hoher Risiko- und Experimentierbereitschaft muss die suchtpräventive Strategie zunächst auf die Reduzierung von Missbrauchsverhalten gelegt werden, bei anderen Klassen steht die Förderung von Abstinenz von vornherein im Zentrum. Bei allem bleibt die Verhinderung der Entstehung von Abhängigkeit wichtigstes Ziel suchtpräventiver Strategien.