Grundlagentext
Wer Qualität fordert, muss Lehrergesundheit fördern - Schule zwischen Entwicklungsbedarf und Änderungsresistenz

Die Ergebnisse der aktuellen Diskussionen um das Bildungssystem und seine Leistungen zeigen es deutlich auf: Wir brauchen und wir wollen eine «andere » Schule. Eine Schule, die vordergründig in den nächsten PISA -, TIMM -, IGLU - oder MARKUS - Studien gut abschneidet, vor allem aber eine Schule, in die in der Lage ist, auf die anstehenden Herausforderungen der Gesellschaft im 21. Jahrhundert adäquat vorzubereiten. Und wir brauchen eine Schule, in der alle Beteiligten gerne und erfolgreich lernen und arbeiten, kurz gesagt, eine Schule, in der Bildung und Erziehung gelingen. Illusion ? Es gibt Schulen, die dieser «Illusion» – wir würden lieber von Leitbild sprechen – ein Stück näher gekommen sind, teilweise durch «glückliche Umstände» wie durch die Zusammensetzung des Kollegiums, den «Geist des Hauses» oder Ähnliches, teilweise durch harte Anstrengung.

Grundlagentext
Wer Qualität fordert, muss Lehrergesundheit fördern - Schule zwischen Entwicklungsbedarf und Änderungsresistenz

Bernhard Sieland, Heidrun Bräuer, Birgit Nieskens


Wer oder was behindert in der Schule trotz offensichtlichem Änderungsbedarf flächendeckende Experimente zur Erprobung Erfolg versprechender Maßnahmen?

Könnte kooperatives Lernen auf Seiten von Schülern und Lehrern breitenwirksam sowohl die Erziehungs- und Bildungsqualität als auch die Gesundheitslage der Lehrer / innen verbessern?

„Wie können Lehrende weniger lehren und gleichzeitig die Lernenden mehr lernen?" Diese programmatische Frage ist nicht etwa nach dem „Pisaschock" formuliert worden, sondern schon 1657 von J.A. Comenius!

Was hat die Pädagoginnen und Pädagogen damals und heute daran gehindert, konsequent in dieser Richtung zu arbeiten?

Wie erklärt sich die Mischung aus Entwicklungsbedarf und Änderungsresistenz in unserem heutigen Bildungssystem?