Elemente eines integrierten Gesundheits - und Qualitätsmanagements

Wenn wir das Wirkmodell der Dimensionen als Handlungsfelder der Schulentwicklung begreifen, stellt sich die Frage nach den konkretisierten Elementen, in denen die Entwicklung angebahnt und umgesetzt wird. Wir haben die Elemente11 definiert, die zusammenwirken müssen, damit eine schulinterne Qualitätsentwicklung möglich wird, die Unterrichtsentwicklung und Gesundheitsförderung, Feedbackprozesse und qualitätsbezogene Teamarbeit miteinander verknüpft und deren Realisierung dazu beiträgt zu verhindern, dass Qualitätsmanagement zu einer Pflichtübung für Schulen wird, die den Aufwand und Verschleiß erhöht, aber wenig mehr als Papiere und Sitzungsprotokolle produziert.

Die zehn IQES-Elemente der integrierten Qualitäts - und Gesundheitsförderung. Nach unserer Erfahrung sind die in der folgenden Grafik dargestellten zehn Elemente eines unterrichtsbezogenen und gesundheitsförderlichen Qualitätsmanagements zentral. Ihr Zusammenspiel ist darauf ausgerichtet, die Kräfte und beschränkten Arbeitsressourcen der Lehrpersonen auf ihren Kernauftrag zu konzentrieren: auf eine effektive und nachhaltige Förderung der Lernprozesse und -ergebnisse der Schülerinnen und Schüler.

Abbildung 5 : Elemente der integrierten Qualitäts - und Gesundheitsförderung nach IQES

Die in Abbildung 5 dargestellten Elemente bilden den Kern eines nachhaltigen Qualitätsmanagements, das Gesundheitsförderung in das Qualitätsmanagement integriert und gleichzeitig Unterricht und Lernen in den Mittelpunkt der Aktivitäten stellt. Bevor wir die Elemente guter, gesunder Schulen/Gesundheitsfördernder Schulen im Einzelnen charakterisieren, skizzieren wir zuerst, worum es im Kern geht.

Der Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler im Fokus
Der persönliche Lern-, Schul- und Laufbahnerfolg jedes einzelnen Schülers, jeder Schülerin steht im Zentrum der integrierten Qualitäts- und Gesundheitsförderung. Schülerinnen und Schüler sollen die Gewissheit haben, dass sie als Persönlichkeiten mit eigenen Bedürfnissen und Lernstilen ernst genommen werden, dass ihnen Respekt zuteil wird und dass sie entsprechend ihren Möglichkeiten gezielt individuell gefördert werden. Wir gehen davon aus, dass es für Kinder und Jugendliche zutiefst befriedigend ist, wenn sie ihr Potenzial ausschöpfen können. Zunehmend anspruchsvollere Aufgaben lösen zu können heißt auch, sich in schwierigen (Lern-) Situationen zu bewähren. So verstanden, können Arbeit und Lernen zu Ressourcen werden, die zu gesundheitlichen Schutzfaktoren beitragen: zu Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl, Erfolgszuversicht und Selbstverantwortung.

Selbstgesteuertes und kooperatives Lernen als Entlastungsfaktor      
Wer Lernenden zu mehr Erfolg verhelfen will, muss sie dafür qualifi zieren, dass sie mehr Eigenverantwortung für ihr Lernen übernehmen, sich besser in ihren Leistungen und ihrem Lernverhalten einschätzen und selbst regulieren können. Das ist der entscheidende Punkt: Wenn Schülerinnen und Schüler selbstständiger arbeiten und lernen, bringt dies für die Lehrperson große Vorteile mit sich: Sie muss im Unterricht nicht mehr ständig geben und im Mittelpunkt stehen. Wenn Schülerinnen und Schüler darin geübter werden, in Einzel - oder Partnerarbeit, in Arbeits - und Projektgruppen selbstreguliert zu arbeiten, dann gewinnen Lehrende mehr Zeit, das Lernverhalten in der Klasse zu beobachten. Wenn Schülerinnen und Schüler ihre Rolle als Miterziehende stärker wahrnehmen, weil sie bei der Erarbeitung von Regeln für das Zusammenleben beteiligt wurden und sich mit den getroffenen Vereinbarungen auch identifi zieren, dann kann die Disziplin in der Klasse besser werden. Allein die Tatsache, dass nicht mehr nur eine Person, nämlich der Lehrer oder die Lehrerin, in der undankbaren Rolle des «Chefdompteurs» für eine lernfreundliche und arbeitsame Atmosphäre sorgen muss, hat eine starke Entlastungsfunktion. Nun sind auch Schülerinnen und Schüler, die sich gestört fühlen und gerne weiterhin ihre Aufmerksamkeit einer spannenden Knobelaufgabe widmen wollen, um eine ruhige Arbeitsatmosphäre besorgt.

Unterricht wirksam gestalten
Innovative Schulen haben in den letzten Jahren die wachsende Bedeutung des Wissens über die Lernprozesse von Schülerinnen und Schülern erkannt. Sie haben damit begonnen, in Qualitätsgruppen ( Q - Gruppen ) und unterrichtsbezogenen Teams systematisch den Wissens - und Erfahrungsaustausch zwischen den Lehrpersonen zu pflegen. Diese professionellen Lerngemeinschaften befassen sich mit der Frage, wie Schülerinnen und Schüler lernen und welche unterrichtlichen Faktoren ihnen helfen, dabei erfolgreicher und effektiver zu sein.