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Landesprogramm Bildung und Gesundheit

Vielfalt

Schwerpunktthema im Landesprogramm Bildung und Gesundheit

Vielfalt in der guten gesunden Schule

Vielfalt in der guten gesunden Schule (Video) (Susanne Severin, Landeskoordinatorin)

Film zur überregionalen Vernetzung

Leitbild

Zum Landesprogramm Bildung und Gesundheit NRW (seit 2009) gehören aktuell rund 300 Schulen, die bei ihrer Entwicklung zur guten gesunden Schule unterstützt werden. Neben den kontinuierlichen Leistungen werden Schwerpunktthemen ausgewählt, die eine besondere Beachtung finden und zu denen zusätzliche Angebote für die Schulen vorgehalten werden.

Das Landesprogramm Bildung und Gesundheit (BuG) greift ab Januar 2016 mit dem neuen Schwerpunktthema Vielfalt die Bedürfnisse und Lebensrealitäten aller schulischen Akteure auf, um ihnen Möglichkeiten der Kompetenzerweiterung und des gegenseitigen Austauschs zu bieten und um gemeinsam salutogene Strategien für einen ressourcenschonenden und bereichernden Umgang mit Vielfalt zu entwickeln. Dabei helfen die Erkenntnisse und Erfahrungen der vorangegangenen Schwerpunktthemen Psychosoziale Gesundheit (Schuljahr 2011/12) und Lehrergesundheit (Schuljahre 12/13 bis 14/15).

Vielfalt ist ein Begriff, der zu unterschiedlichen Assoziationen und Annahmen einlädt und vor dem Hintergrund politischer Ereignisse und Vorgaben, wie z. B. Inklusion und Migration, einen enormen Handlungsbedarf provoziert.

Vielfalt macht neugierig, begreift das Unterschiedlichsein als Bereicherung und als Chance, bedeutet aber auch eine Herausforderung und neue Aufgaben für alle, die dabei helfen, dass der Umgang mit Vielfalt zur Normalität wird.

Der Begriff „Vielfalt“ steht im Landesprogramm für Unterschiedlichkeit und Heterogenität. Er bezieht sich auf ein weites Inklusionsverständnis, das sich ausdrücklich über die Teilhabe von Menschen mit Behinderung hinaus auf weitere Diversitätsdimensionen bezieht. Er beinhaltet das wertschätzende Miteinander von Personen, die unterschiedlich sind u. a. in Bezug auf:

  • Bildungschancen, Leistungsvermögen, besonderen Förderbedarf,
  • Gesundheitsressourcen, sozial bedingte Gesundheitschancen,
  • soziale Herkunft, sozioökonomischen Status, soziale Teilhabe,
  • nationale Herkunft, Religion, kulturelle Identität,
  • Alter, Geschlecht und sexuelle Orientierung.

Der besondere Stellenwert des Themas Vielfalt ist konzeptionell fest im BuG-Landes­programm verankert:

„Die integrierte Gesundheits- und Qualitätsentwicklung in Schulen berücksichtigt, dass auf allen Ebenen und in allen relevanten Bereichen der Gestaltung, Entscheidung und Umsetzung die Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Menschen wertgeschätzt und geachtet werden. In Verfolgung des Potenzial- und Ressourcenansatzes sind die Ziele auf die Verminderung ungleicher Bildungschancen ausgerichtet. Besondere Berücksichtigung findet dabei die Inklusion. Unterschiedliche Entwicklungsvoraussetzungen und Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen, von Lehrkräften und weiterem Personal werden geachtet.“ (Konzept des Landesprogramms BuG – zweite Phase, 2013)

Vielfalt ist inzwischen ein selbstverständliches Merkmal von Schule, dem in einer guten gesunden Schule bewusst Aufmerksamkeit geschenkt und das als Bereicherung verstanden wird: Es wird ein gemeinsames salutogenes Verständnis von Vielfalt entwickelt (Leitbild), das auf Wertschätzung, Partizipation und Kohärenz aller Beteiligten fußt und sich im Lebensraum Schule, den Lehr- und Lernprozessen, in der Schulkultur, der Schulführung und den Bildungsergebnissen widerspiegelt. In einer guten gesunden Schule wird der Umgang mit Vielfalt insgesamt als originärer Bestandteil der Schulentwicklung aufgefasst.

Eine salutogene Herangehensweise an das Thema beinhaltet immer Maßnahmen, die sowohl auf die Rahmenbedingungen in der Schule (Verhältnisse) als auch auf das gesundheitsbezogene Verhalten aller gerichtet sind. Dabei werden die gesundheits- und bildungsförderlichen Ressourcen aller Akteure in der Lebenswelt Schule gestärkt, d. h. Empowerment und Stärkung der Resilienz mit Blick vor allem auf die Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, das pädagogische Personal und die Eltern. Im Vordergrund steht dabei die Förderung und Stärkung der Gesundheitskompetenz aller Beteiligten.

Durch Inklusion und Migration nimmt die Heterogenität der Schülerschaft und der Schulgemeinde insgesamt kontinuierlich zu und stellt alle vor immer neue Herausforderungen. Damit die Schülerinnen und Schüler diese meistern und ein gesundes und selbstbestimmtes Leben führen können, schafft eine gute gesunde Schule die Voraussetzungen für die Entfaltung der körperlichen, seelischen und sozialen Gesundheit. Sie achtet bei allen diesen Wandlungsprozessen auch auf die Stärkung der Lehrergesundheit und eine zielgerichtete Lehrerfort- und -wei­ter­bil­dung sowie eine bedarfsgerechte Elternbildung. Auf diese Weise hilft der gesundheitsförderliche Blick auf den Umgang mit Vielfalt allen dazu, mit einhergehenden Belastungen umzugehen.

Eine Schule, die sich all den zuvor genannten Herausforderungen stellt, braucht starke Kooperationspartnerinnen und -partner. Daher initiieren die Schulen kommunale Netzwerke und bauen vorhandene aus, die nachhaltig gesundheitsförderliche Strategien und Strukturen in der Region unterstützen. Die Verfügbarkeit von vor Ort in der Region vorhandenen Ressourcen zur Unterstützung der praktischen Gesundheitsförderung sollte ausgelotet werden.

Die Lebenswelt Schule als wichtiges Abbild der gesellschaftlichen Teilöffentlichkeit bietet große Chancen für einen positiven und gesundheits- wie auch bildungsförderlichen Umgang mit Vielfalt. Die notwendigen Prozesse müssen immer gesamtgesellschaftlich mitgestaltet werden, damit aus Vielfalt tatsächlich Normalität wird und sich diese Prozesse verstetigen.