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Landesprogramm Bildung und Gesundheit

Grundlagentext

Unterrichtsentwicklung neu denken !

Überlegungen aus salutogenetischer Perspektive

Edwin Stiller

Vorbemerkung

Die Gesundheit von Lernenden und Lehrenden und die Unterrichts - bzw. Schulqualität stehen in einem wechselseitigen Bedingungsverhältnis ( Rolff 2004, S. 42ff. ). Im Kontext der Debatte um Schulentwicklung und Schulqualität wird das Thema Gesundheitsförderung jedoch nur am Rande wahrgenommen.

Dabei fordern die Experten schon lange, Lehrergesundheit als zentrales Gut zu betrachten und Qualitätsentwicklung direkt mit Gesundheitsförderung und Personalentwicklung zu verknüpfen.1 Dass dies bisher nicht geschehen ist, liegt nicht zuletzt darin begründet, dass Gesundheitsförderungsprogramme an Schulen bisher meist Fragen der Schulkultur, des Schulumfeldes und des Schulalltages in den Vordergrund rückten und sich nicht so sehr mit der Frage der Gesundheitsförderung im Unterricht selbst auseinandersetzten. Dabei haben empirische Schulforscher die unmittelbaren Zusammenhänge zwischen Unterrichtsentwicklung und Lehrergesundheit längst aufgezeigt (vgl. Bauer 2002 ).

Im Unterrichtsalltag herrschen Alltagsroutinen vor. Internationale Schulleistungsstudien belegen, wie wenig effektiv diese Routinen sind. Dass sie auch gesundheitsgefährdende Risiken bergen, wurde aber noch nicht richtig realisiert.