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Landesprogramm Bildung und Gesundheit

IQES

Das IQES-Wirkungsmodell einer guten und gesunden Schule unterstützt eine unterrichtszentrierte Qualitätsentwicklung, welche die Lehrpersonen für ihre anspruchsvollen Aufgaben stärkt und das erfolgreiche selbständige Lernen der Schülerinnen und Schüler ins Zentrum stellt.

Das IQES-Wirkungsmodell setzt sich aus zehn Elementen zusammen. Diese Elemente einer unterrichtszentrierten Qualitätsentwicklung haben sich alle in der Praxis innovativer Schulen bereits sehr bewährt. Sie verbinden Unterrichtsentwicklung und Gesundheitsförderung, Evaluation und Feedback zu einem wirkungsvollen unterrichtszentrierten Qualitätsmanagement. Das Zusammenspiel der zehn nach folgend skizzierten Handlungsfelder ist darauf ausgerichtet, die Kräfte und beschränkten Arbeitsressourcen der Lehrpersonen auf ihren Kernauftrag zu konzentrieren: auf eine effektive und nachhaltige Förderung der Lernprozesse und -ergebnisse der Schülerinnen und Schüler. Das heisst auf selbstgesteuertes und kooperatives Lernen als fundamentalem Entlastungsfaktor für Lehrende.

Das Gute am IQES Wirkungsmodell ist: Die bisherige Praxis an Schulen braucht nicht vollumfänglich in Frage gestellt zu werden, sondern es kann behutsam darauf aufgebaut werden. Entscheidend ist nur, dass man den Kernauftrag der Schule nicht aus den Augen verliert: Lernerfolg, Schulerfolg und Laufbahnerfolg von Schülerinnen und Schülern so gut wie möglich zu fördern (mit Respekt vor den gegebenen Grenzen und vorhandenen Ressourcen).

Die 10 Elemente des IQES-Wirkungsmodells

Unterrichtsentwicklung

Lehrpersonen lernen voneinander, miteinander und füreinander, sie lernen kooperativ, handlungsorientiert und methodenzentriert. Unterrichtsteams haben positive Effekte für die Lehrenden und die Lernenden, sie wirken unterstützend und entlastend.

Kooperatives Lernen

Kooperatives Lernen ermöglicht es, Lernprozesse zu individualisieren und gleichzeitig eine soziale Gemeinschaft zu schaffen, in der Kinder und Jugendliche voneinander und miteinander lernen, Schülerinnen und Schüler zu aktivieren und die Verantwortung für das Lernen an die Kinder und Jugendlichen zu geben und das Methodenrepertoire des einzelnen Lehrers, der einzelnen Lehrerin zur Förderung der fachlichen und überfachlichen Kompetenzen auf Seiten der Schüler/innen zu vertiefen und zu erweitern.

Schülerkompetenzen

Die gute und gesunde Schule braucht eine neue Lernkultur mit einem umfassenden, ganzheitlichen Lernverständnis, mit einer salutogenen Ressourcenorientierung und einer kooperativen Handlungspraxis. Dies hat Konsequenzen für eine veränderte Unterrichtsgestaltung sowie für die Wahrnehmung und Beurteilung von Leistungen.

Schulklima

Gesundheits- und leistungsförderlich sind Grundüberzeugungen und Haltungen wie eine proaktive Problemwahrnehmung, Vertrauen zu sich und zu anderen, Feedbackorientierung, Lernoptimismus und Fehlerfreundlichkeit sowie Selbstverantwortung. Diese Grundüberzeugungen werden durch Organisations- und Teamentwicklungsprozesse in eine Alltagspraxis transformiert, die durch ein starkes Beziehungsnetz, Partizipation und Empowerment, ein lösungsorientiertes Konfliktmanagement, interkulturelles Lernen und Feste und Rituale geprägt wird.

Schulführung

Eine solche Schulleitung sorgt für pädagogische Ziele durch Konzentration auf das Wesentliche, sie organisiert unterrichtsbezogene Kooperation und einen geordneten Schulbetrieb, trifft lösungsorientierte Entscheidungen, rückt bei der Qualitätsbeurteilung den Lernerfolg und die Unterrichtsqualität ins Zentrum und fördert die Selbstentwicklung von Menschen durch eine Praxis der Anerkennung und Nutzung der Ressourcen und Kompetenzen.

Personalentwicklung

Maßnahmen der Personalentwicklung unterstützen Lehrerinnen und Lehrer darin, die wichtigsten Anforderungen ihres Berufs kompetent zu bewältigen. Die Maßnahmen fördern berufliche Kernkompetenzen, die es Lehrpersonen erlauben, ihren Beruf - auch unter schwierigen Bedingungen - erfolgreich auszufüllen. Sie sollen die Motivation der Lehrpersonen als wichtige und unersetzbare Ressource erhalten und fördern. Sie sollen schließlich gezielt auch gesundheitliche Ressourcen fördern, weil ein Ressourcenabbau in diesem Bereich über kurz oder lang zu erhöhten Beanspruchungen und zu einer Dysbalance von Leben und Arbeit, von Leistung und Belastungserleben führt.

Qualitätsziele

Im Qualitätsleitbild legt die Schule ihre Qualitätsziele fest, die sie im Rahmen der Schulentwicklung und/oder der persönlichen Qualitätsentwicklung der einzelnen Lehrpersonen umsetzen will. Gleichzeitig werden damit auch die Qualitätskriterien vereinbart, nach denen die Schule sich selbst beurteilen will.

Qualitätskonzept

Das Q-Konzept enthält gemeinsame, schriftlich festgehaltene Vereinbarungen darüber, wie Schul- und Unterrichtsqualität gepflegt, entwickelt und gesichert werden. Damit werden die für Sicherung und Entwicklung der Schul- und Unterrichtsqualität relevanten Prozesse, Verfahren und Instrumente gebündelt und in konzentrierter Form verfügbar gemacht. Neue Lehrpersonen, aber auch interessierte Eltern und die Schulaufsicht gewinnen Einblick in die Qualitätsentwicklung der Schule. Das entwickelte Know-how darüber, wie die Qualität im Sinne der guten und gesunden Schule gefördert werden kann, wird dokumentiert.

Feedback

Dieses Element stärkt eine gesundheitsförderliche Feedbackkultur. Kompetente, motivierte und gesunde Lehrerinnen und Lehrer sind die wichtigste Ressource jeder Schule. Gute Schulen "leben" davon, dass jede Lehrperson an ihrer professionellen und persönlichen Weiterentwicklung kontinuierlich arbeitet. Wenn Lehrpersonen regelmässig ihre eigene Arbeit  reflektieren, Feedback einholen und sich in Teams an der Weiterentwicklung des Unterrichts beteiligen, leisten sie einen unverzichtbaren Beitrag zur Qualität der Schule und zur Qualität der eigenen Arbeit.

Evaluation

Selbstevaluation basiert auf der Überzeugung, dass Schulqualität erhalten und gefördert werden kann, wenn die Lehrkräfte vor Ort ihre Erfahrungen und ihr Wissen austauschen und für Entwicklungen fruchtbar machen. Damit ist die Zielsetzung verbunden, dass so schrittweise auch gemeinsame Formen der Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung aufgebaut und im Schulbetrieb fest verankert werden können.

IQES-Qualitätstableau

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